Donnerstag, 25. Mai 2017

Landsberg

16. März 2017 09:00 Uhr

Finning

Sie haben Benzin im Blut

Emilie und Pauline Siebert aus Finning haben eine für ihr Alter eher ungewöhnliche Leidenschaft. Ihnen kann es gar nicht schnell genug gehen. Von Frauke Vangierdegom

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Neun und 13 Jahre alt sind die beiden Schwestern Pauline und Emilie Siebert aus Finning. Pauline besucht die 4. Klasse der Grundschule in Hofstetten und Emilie die 8. Klasse am Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien. Beide mögen Kunst als Schulfach besonders gerne - und sie haben einen motorsportbegeisterten Papa. Eigentlich nichts Besonderes bei zwei jungen Damen in diesem Alter. Warum also ein Sportporträt über die beiden? Nun, ganz einfach: Nicht nur Papa Stephan ist Motorrad-Liebhaber mit Leib und Seele – auch seine beiden Töchter sind Feuer und Flamme, wenn es um das rasante Kurvendrehen auf zwei Rädern geht. Denn Emilie und Pauline sitzen selbst auf ihren Motorbikes und kämpfen um Rennsiege.

Erst kürzlich sind die beiden aus einem Trainingslager im spanischen Valencia nach Hause gekommen. Denn, statt wie ihre Schulkameraden, die Faschingsferien zum Ausruhen zu nutzen, geben die beiden in jeder freien Minute ihr Bestes, um im Motorsport weiter nach vorne zu kommen. Emilie erinnert sich zurück an die Anfänge ihrer Leidenschaft: „Weil der Papa so begeistert Motorrad gefahren ist, wollte ich das auch unbedingt ausprobieren. Auf einem kleinen Motorrad bin ich dann aus Spaß Cross gefahren.“ Das habe ihr so unglaublich viel Spaß gemacht, dass der Wunsch, auch Wettkämpfe zu bestreiten, schnell geweckt war.

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Nach dem ersten Rennen Feuer und Flamme

Die Begeisterung war nach ihrem allerersten Rennen in Bopfingen nur noch mehr Feuer und Flamme. Eine Stunde lang drehte sie damals im strömenden Regen ihre Runden, den Spaß am Motorsport konnte ihr aber auch das Wetter nicht verderben. Im Gegenteil: In diesem Jahr will Emilie sogar auf ein anderes Motorrad umsteigen. Vom Mini-Bike zu einer 390er KTM. „Damit kann ich in höheren Klassen antreten“, freut sich die fast 14-Jährige schon.

Aber: Sie muss sich noch etwas gedulden. Denn, so sagt Papa Stephan Siebert, „direkt in den ADAC Junior Cup zu wechseln, wäre zum einen mit viel finanziellem Aufwand verbunden, den wir ohne weitere Sponsoren kaum schaffen würden und die Schule müsste aus zeitlichen Gründen in den Hintergrund treten“. Keine Option für Emilie, die in ihrem Alter schon sehr genau weiß, dass gute schulische Leistungen und eine abgeschlossene Berufsausbildung außerhalb des Rennsports sehr wichtig für die Zukunft sind. „Es kann immer was passieren und dann kann ich gar nicht mehr fahren.“

Architektur, Schauspiel oder Psychologie – irgendetwas in eine dieser Richtungen soll es später mal werden, sagt sie auf die Frage, ob es denn schon konkrete Zukunftsvorstellungen gebe. Zeit genug hat Emilie ja noch, den richtigen Weg für sich zu finden. Zumindest in der Berufswahl kann sie es noch langsam angehen lassen.

Während das Wort „langsam“ im Sprachgebrauch der beiden Schwestern ansonsten eher selten vorkommt. Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern und mit dem größeren Motorrad sogar bis 200 Stundenkilometern gehören quasi zum Alltag der beiden Mädchen. Auch Pauline mit ihren neun Jahren scheut das Tempo überhaupt nicht – im Gegenteil. „Schnell fahren macht einfach Spaß.“

Sie gehört nicht zu Ruhigen

Und auch sonst gehört Pauline ganz sicher nicht zu den ruhigen Neunjährigen. Denn an der Musikschule in Schondorf nimmt sie Schlagzeug-Unterricht an der Musikschule in Schondorf. Auch sonst scheinen Emilie und Pauline eher „moderne Mädchen“ zu sein, was die Berufsvorstellung von Pauline deutlich macht. „Astronautin oder Produktmanagerin, die Apps entwickelt“ stehen ganz hoch im Kurs der Viertklässlerin, die nach den Sommerferien auch in St. Ottilien die Schulbank drücken wird. Und Pauline möchte unbedingt später einmal ihre Motorräder selbst reparieren können. Das machen im Augenblick noch der Papa und ein Serviceteam um die Siebert-Schwestern.

Jetzt aber stehen nach dem Trainingslager in Valencia erst einmal weitere Trainingseinheiten auf dem Programm, um Fahrgefühl und Kondition zu verbessern. Immerhin wiegt ein Mini-Bike rund 70 Kilogramm und die gilt es sicher auf der Strecke zu halten. Ohne diese Trainingseinheiten wären Emilie und Pauline bei den Rennen, die in ganz Deutschland von Fahrerinnen und Fahrern vieler Nationen ausgetragen werden, nicht so erfolgreich. Emilie schaffte es im vergangenen Jahr sogar auf den 11. Platz bei der deutschen Meisterschaft.

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