Landsberg Gestern konnten Tausende Mädchen in Deutschland neue Einblicke gewinnen: Beim bundesweiten "Girls' Day" öffneten Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen ihre Türen, damit sich die Schülerinnen einen Tag lang ein Bild von typischen "Männerberufen" machen konnten. Seit einigen Jahren gibt es parallel dazu auch den "Boys' Day": Hier sollen Buben einen Einblick in "typisch" weibliche Berufe bekommen. In Landsberg fand eine solche Aktion im "Mehrgenerationenhaus" der Arbeiterwohlfahrt (AWO) statt.

Die 15 jungen Männer im Alter von 14 bis 16 Jahren, die in einem großen Stuhlkreis sitzen, sind alle noch Schüler, aus dem Förderzentrum, der Fritz-Beck-Hauptschule und der Schlossbergschule in Landsberg.
Alltag in der Altenpflege
Der vierstündige "Boys' Day" begann mit einem Film, in dem fünf Berufe vorgestellt wurden, die eher nicht so "männertypisch" sind. Anschließend gaben ein Mitglied der Pflegedienstleitung und ein werdender Altenpfleger einen Einblick in den Berufsalltag und erzählten von ihren Tätigkeiten.
Manch einer hatte bereits einen Blick dahin riskiert, wo die fünf Babypuppen lagen, doch als Isolde Welzmiller, die durch die Veranstaltung führte, und die Hebamme Andrea Klinger aus Fuchstal Freiwillige suchten, um der Gruppe zu veranschaulichen, wie ein Säugling gewickelt wird, war die Begeisterung erst eher mäßig. Dennoch fanden sich fünf Freiwillige.
Wickeln sorgt für Amüsement
Unter dem Gelächter ihrer Klassenkameraden und der Anleitung der Hebamme entkleideten sie erst ihre Übungsobjekte, um danach die Windel zu wechseln - und waren ganz froh, dass sich nicht wirklich etwas darin befand. Die Buben bewegten sich aufmerksam auf diesem ungewohnten Terrain, und als Isolde Welzmiller einwarf, dass dies ja noch die einfachere Übung sei - das Übungsobjekt bewege sich ja nicht - lachten alle.
Im Anschluss an die Übung erzählte Andrea Klinger über den Umgang und die Entwicklung von Babys: ab wann sie andere Personen erkennen können, wann sich das Sprachvermögen entwickle, und wie sehr Neugeborene auf Kontakt und Pflege der Eltern angewiesen seien. Isolde Welzmiller betonte, dass auch der Vater eine große Verantwortung trage. Zum Abschluss machte die Gruppe noch einen Rundgang durch das Haus und besuchte eine der Wohngruppen.
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