Hofstetten "Friederike, Friederike, geh mit mir in Wald", mussten die Männer beim offenen Singen in Hofstetten auffordernd anstimmen. Doch die Frauen antworteten abweisend "Na Karl, na Karl, is ma viel z'alt." Über 40 Sangesfreudige fanden sich im Saal des Gasthauses Hipp ein und hatten ihren Spaß am gemeinsamen Singen des lustigen, oftmals zweideutigen bayerischen Liedgutes mit Dr. Erich Sepp.

Bei der Begrüßung kündigte Josef Probst, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Trachtenvereine im Landkreis Landsberg an, dass im nächsten Jahr das 20. Jubiläum des offenen Singens in Hofstetten gefeiert werden könne. Daraufhin berichtigte ihn der Volksmusikpfleger Dr. Erich Sepp, denn nach dem jährlichen Turnus seit dem ersten Abend im Jahr 1991 war es diesmal bereits die 20. Singstunde. Nun, beide hatten recht, also durften sich die anwesenden Sänger und Sängerinnen der besonderen Stunde bewusst sein, und für das Jahr 2011 hatte Josef Probst schon ein paar Ideen, wie mit Musik und Tanz gefeiert werden kann. Wie immer stimmte Sepp seine Lieder ohne Notenblatt an. "S'Hiera learnt des viel leichter ohne Liadblatt", stellte der gebürtige Reichlinger dazu im Lechrainer Dialekt fest. Vom Geburtstagsständchen über das Liebeslied "Und Liab isch wiar a Bach" bis hin zur "kropfatn Pinzgarin" wurden neun Lieder nach dieser Technik erlernt, wobei sich zweite und dritte Stimmen aus dem Gehör der Sänger herausbildeten. Dabei kam der Spaß am Singen nicht zu kurz, wie beispielsweise beim Couplet zwischen der Friederike und ihrem Karl. Denn als er bei der sechsten und letzten Strophe genug von ihrem ständigen Abweisen hat, singt er geradeaus "Friederike, Friederike, no heirat i di", worauf die Dame plötzlich ganz anders antwortet "Ja Karl, ja Karl, no mag i di". (ge)
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