Dießen Es sind nur wenige Meter, um die die Wertstoffcontainer am Bahngleis in Dießen nach Norden verschoben worden sind, aber ein benachbarter Hauseigentümer sorgt sich trotzdem um den Wohnwert. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Dießener Bauausschusses berichtet. Anlass für das Containerrücken ist übrigens, dass am Rande des Bahnhofsparkplatzes rund ein Dutzend Stellplätze für Wohnmobile geschaffen werden sollen.
Einen entsprechenden Antrag an die Gemeinde haben Verschönerungsverein und Gewerbeverband gestellt. Denn für Wohnmobil-Urlauber gibt es bislang nur die Möglichkeit, sich für maximal zwei Nächtigungen auf dem Parkplatz beim MTV-Gelände aufzuhalten. Zwischen Markthalle und Bahngleis sollen nun Stellplätze mit der dazugehörigen Womo-Infrastruktur angelegt werden. Wichtig seien dazu, so der Chef des Verschönerungsvereins, Wasseranschlüsse und eine Entsorgungsmöglichkeit für das Abwasser.
Angst vor Ratten
Um die Kiesflächen zwischen Markthalle und Seestraßen-Bahnübergang möglichst gut auszunutzen, sollen die Womo-Plätze weit nach Norden gesetzt werden. Deswegen wiederum ist vorgesehen, die Wertstoffbehälter in den kleinen Zwickel zwischen Lärmschutzwall und der neuen Zufahrtsstraße zu den Parkplätzen zu setzen. Das hat bereits einen benachbarten Grundstücksbesitzer alarmiert. Er befürchtet, dass die Container Ratten anziehen und üble Gerüche in sein Grundstück geweht werden.
Bürgermeister Herbert Kirsch widersprach im Bauausschuss dieser Sorge: "Ich habe nichts gerochen." Ferner wisse er, dass die Sammelstelle "sorgfältig" von einer Gruppe Senioren betreut werde. Außerdem stellt sich für Kirsch in diesem Zusammenhang ohnehin die Frage, wie lange das bisherige System der Wertstoffsammelstellen noch aufrecht erhalten bleibe.
Die (Wieder-)Einführung der Blauen Tonne stellt für ihn sowieso "den Einstieg in ein Holsystem" auch für andere Wertstoffe dar. Einstimmig sprach sich der Ausschuss für die Versetzung der Container in die nördlichste Ecke hinein aus. Wie der Chef des Verschönerungsvereins, Maginot, auf Anfrage weiter ausführt, sollen die künftigen Womo-Stellplätze gegen Gebühr von Urlaubern für bis zu drei Nächte benutzt werden können. Man erhoffe sich dadurch, dass zusätzliche Gäste nach Dießen kommen, und werde das neue Angebot auch entsprechend bewerben.
Nutzung noch offen
Was mit den weiteren gemeindlichen Kiesflächen am Bahngleis geschehen wird, ist noch offen. Derzeit betreibt ein Heizölhändler hier noch ein Lager. Dem Betreiber des Bootslagers nahe dem Bahnübergang ist laut Maginot von der Gemeinde gekündigt worden. (ger)
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