Dienstag, 20. Februar 2018

Landsberg

14. Februar 2018 19:05 Uhr

Landsberg

Trotz des Ärgers soll der Gaudiwurm in Landsberg bleiben

Das städtische Veranstaltungsmanagement will am bisherigen Reglement am Lumpigen Donnerstag festhalten. Der Faschingsverein könnte im nächsten Jahr wieder ins Spiel kommen, will aber andere Rahmenbedingungen.

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Der Unmut über das Alkoholverbot auf den Faschingswagen zog sich wie ein roter Faden durch den Lumpigen Donnerstag. Hier äußerte der Burschenverein Obermeitingen seinen Protest.
Foto: Thorsten Jordan

Der Fasching ist vorbei, aber in 378 Tagen ist wieder Lumpiger Donnerstag in Landsberg – am 28. Februar 2019. Wieder mit einem Faschingsumzug? Und wenn ja, wer organisiert ihn, und welche Regeln wird es dabei geben? Heuer hat es ja deswegen einiges Hickhack gegeben. Der Faschingsverein stieg als Veranstalter aus und kurzerhand sprang die Stadt ein. Deren Auflagen – vor allem das Alkoholverbot auf den Faschingswagen – lösten zum Teil erheblichen Unmut aus.

Verwaltung sieht sich in ihrer Linie bestätigt

Von ihrer grundsätzlichen Linie scheint die Stadt jedoch nicht abweichen zu wollen. Das heißt: Die Umzugstradition soll weitergeführt werden, aber eben nur mit klaren Regeln. Diesen Eindruck vermittelt jedenfalls Anton Sirch vom städtischen Raum- und Veranstaltungsmanagement, das den Gaudiwurm veranstaltet hatte. Dass der Sinn des Trinkverbots auch nach den jüngsten Unfällen (unter anderem in Scheuring mit einem Schwerverletzten und einer Toten in Waidhofen) nicht eingesehen werde, „das kann ich nicht begreifen“, sagt Sirch. Er könne sich jedenfalls nicht vorstellen, nächstes Jahr auf ein Bierverbot auf den Wagen zu verzichten – und er fände es gut, wenn überall im Landkreis die gleichen Sicherheitsstandards gelten würden.

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Manche Faschingswagen wird es 2019 in Landsberg nicht mehr geben: Zwei Gruppen aus Scheuring und Weil haben laut Sirch bereits klargemacht, am Lumpigen Donnerstag künftig einen Bogen um Landsberg zu machen. Für Sirch wäre das nicht unbedingt ein Verlust. Er könne sich auch einen etwas anderen Charakter des Umzugs vorstellen – anknüpfend an den früheren Schülerfaschingsumzug, mit mehr Fußgruppen und vielleicht auch mit mehr Lokalkolorit, denn: „Nicht Fahren, Krach und Alkohol, sondern Lustigkeit, Kostüme und Lebensfreude, das ist Fasching.“ Das sei aber seine persönliche Meinung, betont Sirch. Die große Nachbetrachtung mit allen Beteiligten innerhalb der Stadtverwaltung zum Lumpigen Donnerstag sei erst für den 27. Februar anberaumt.

Die Stadt würde die Organisation auch wieder abgeben

Stadt-Sprecher Andreas Létang sieht die Sache durchaus ähnlich wie Sirch: Die Unfälle andernorts sind für ihn Beleg dafür, dass die Stadt mit ihren Auflagen „nicht aufs falsche Pferd gesetzt hat“. Den Umzug soll es auch im nächsten Jahr wieder geben. Létang deutet aber an, dass „die Stadt nicht traurig wäre, wenn sie nicht in der Rolle des Veranstalters stehen würde“.

Kommt dann der Faschingsverein wieder ins Spiel? Ein Gespräch zwischen Stadt und Verein soll es demnächst geben. „Grundsätzlich würden wir den Umzug schon wieder machen“, sagt dazu die Dritte Vorsitzende des Faschingsvereins, Ariane Wegner. Allerdings müssten auch die Rahmenbedingungen, welche die Stadt vorgibt, stimmen. Von allzu vielen Verboten hält Wegner nichts: Je mehr verboten werde, desto mehr würde versucht, die Verbote zu übertreten. Der Alkoholbann auf den Wagen während des Umzugs bringe zudem nur wenig: „Das Vorglühen hat keiner unter Kontrolle.“ Wegner hofft, dass Oberbürgermeister Mathias Neuner die eine oder andere Lockerung des Reglements erreichen kann. Neuner selbst war gestern nicht zu erreichen: Er ist im Urlaub.

Liegt es am Geschäftsmodell, dass der Unmut so groß ist?

Warum manche Gruppen mit Faschingswagen mit so viel Unmut auf das Alkoholverbot reagieren, könnte auch mit einem verbreiteten Geschäftsmodell zu tun haben, von dem in der Stadtverwaltung geraunt wird. Für Plätze auf den Wagen müsse bezahlt werden – das könne als eine Flatrate zum Trinken aufgefasst werden. Wenn dann eineinhalb Stunden lang die Zapfhähne zu bleiben müssten, könnte diese Art der Finanzierung beeinträchtigt werden. Tatsächlich ist es so, dass fürs Mitfahren oft bezahlt werden muss, um die Kosten für den Wagen hereinzubringen. So ist es zum Beispiel auch bei den Faschingsfreunden von Ettis Bayernstüberl aus Hattenhofen, bestätigt deren Chef Christian Ettenberger. Allerdings werden neben einem Geldbetrag für den Wagenbau nur zehn Euro für die Verpflegung (eine Weißwurstbrotzeit sowie Bier oder Wein) verlangt.

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Ein Artikel von
Gerald Modlinger

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