Wetter
Do.
6°C
Wetter
Fr.
10°C

17. Januar 2012 18:00 Uhr

Haushalt

Turnhalle kontra Seniorenwohnen

Zwei geplante Großprojekte bereiten den Eglinger Gemeinderäten Kopfzerbrechen Von Dominic Wimmer

Egling Bei der Haushaltsberatung im Eglinger Gemeinderat ist es zwischen Bürgermeister Leonhard Wörl und Gemeinderat Franz Löffler zu einem verbalen Schlagabtausch gekommen. Hintergrund waren die im Etat verankerten Kosten für die Eingabeplanung zur Sanierung der Turnhalle (40 000 Euro) und erste Planungskosten für das Wohn- und Pflegezentrum für Senioren (200 000 Euro). Letzten Endes wurde der Haushalt dennoch verabschiedet – und zwar einstimmig – allerdings wurden die Planungskosten für das Seniorenhaus in 2012 auf 120 000 Euro beschränkt.

Manche Gemeinderäte reagierten mit betretenen Mienen auf die Zahlen, die Kämmerer Ludwig Ruile im Vermögenshaushalt präsentierte. Dort standen auf einer DIN-A4-Seite den kalkulierten Einnahmen von 319 000 Euro Ausgaben in Höhe von 908 000 Euro gegenüber (siehe Infoblock). Rat Anton Herz stellte angesichts der Haushaltszahlen infrage, ob eine Eingabeplanung 2012 für die Sanierung der Turnhalle überhaupt sinnvoll sei. „So wie es im Haushalt aussieht, ist eine Sanierung der Turnhalle in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht machbar.“ Martin Wölzmüller riet dazu, den Beschluss sogar aufzuheben.

ANZEIGE

„Wir haben die Planung vergangenes Jahr beschlossen und sie ist fast fertig. Wir haben die Eingabeplanung und den Zuschussantrag bereits beschlossen“, entgegnete Bürgermeister Leonhard Wörl. Zuvor hatte bereits Rat Franz Löffler „keinen Grund gesehen, die Halle zu sanieren“. „Der Bürgermeister hat uns zweimal gesagt, dass das Dach einsturzgefährdet ist und jetzt doch nicht.“ Der Rathauschef rechtfertigte sich: „Untersuchungen haben ergeben, dass das Dach so weit in Ordnung ist. Als es 1976 gebaut wurde, hat man noch eine Schneelast von 75 Kilo pro Quadratmeter angenommen, heute sind es 105. Es ist nicht einsturzgefährdet. Aber sobald wir den Bestand anlangen, ist das Dach zu sanieren.“

Zuschussbedarf pendelt

Weiteren Diskussionsbedarf lieferte in der Sitzung das „Haus Lebenswert“, ein genossenschaftlich geplantes Wohn- und Pflegezentrum für Senioren (LT berichtete). Denn der Bürgermeister verteilte eine Investitionskostenbetrachtung der Genossenschaft am Ratstisch. Darin wird – je nach Verkaufspreis (3000 oder 3300 Euro pro Quadratmeter) und je nach Fälligkeit eines 20-prozentigen Sicherheitszuschlages – die Investitionssumme kalkuliert. Sie schwankt zwischen 3,7 und 4,425 Millionen Euro. Der Zuschussbedarf pendelt zwischen knapp 800 000 und 1,775 Millionen Euro.

Anteile auf Sperrkonto

Der stellvertretende Genossenschaftsvorsitzende Hermann Weixler informierte, dass sich die Anzahl der Anteile seit der Gründungsversammlung auf 125 erhöht habe – einer kostet 2000 Euro. Allerdings liegen die Gelder auf einem Sperrkonto, weshalb für erste Planungen die Gemeinde finanziell in die Bresche springen muss. Nach Kenntnis der Haushaltslage würde die Genossenschaft Weixler zufolge einen Beitrag zur Entspannung leisten und mit einer Reduzierung der ersten Förderung von 200 000 auf 120 000 Euro leben können. „Damit würden wir die wichtigsten, vorbereitenden und nachhaltigen Planungsschritte in die Wege leiten, damit wir exakte Daten und Planungen für eine verbindliche Prospekterstellung besitzen.“ Das Geld sei gut angelegt, da diese Planungsergebnisse bis zu zehn Jahre Gültigkeit hätten. Gleichzeitig sei das Geld auch in gewissem Maß Risikopotenzial. Bürgermeister Leonhard Wörl fand deutliche Worte zur Kostenaufstellung: „Der Landkreiszuschuss beträgt maximal 15 000 Euro. Die Gemeinde kann das nicht leisten, so wie die Kalkulation ist. Ich bin etwas enttäuscht.“ Und zu den 120 000 Euro für Detailplanung: „Fünf bis sechs Prozent für ein Vier-Millionen-Projekt als Grundlage? Ein Privater könnte damit nicht mit seinem Hausbau beginnen.“ Martin Wölzmüller meinte, dass die Planungskosten nicht in den Sand gesetzt seien. Franz Löffler warb abschließend noch mal um Akzeptanz für das Projekt. „Das ist ein kommunales Infrastrukturprojekt. Da zeigt der Bürger, was er will, bei der Turnhalle tut er das nicht. Und es ist Aufgabe der Politik, den Bürgerwillen zu erkennen.“

Artikel kommentieren

Schlagworte

Egling

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Pistenreport Saison 2011/12

Hauptplatzumbau in Landsberg


Veranstaltungen vom 23.02.2012

Partnersuche