Trotz Dauerfrost ist der Ammersee bislang nur an den Rändern und in der Dießener Bucht gefroren, die Lage kann sich aber so Experten schnell ändern Von Gerald Modlinger


Seit dem 28. Januar verharrt die Quecksilbersäule im Landkreis konstant unter dem Gefrierpunkt, am 6. Februar fiel es in der Wetterstation in Westerschondorf sogar auf –23 Grad. Doch der Ammersee zeigt sich von dem Dauerfrost bislang recht unbeeindruckt. Er ist nach wie vor weitgehend eisfrei.
Großflächiges Eis findet sich derzeit nur am Südufer und in der Dießener Bucht. In den übrigen Bereichen ragt das Eis meist nicht über die Enden der Stege hinaus. Doch die Eisbedeckung kann sich schnell ändern, so die Erfahrung von Fischern, Wasserrettern und Wasserschutzpolizei.
Ursache für die zögerliche Eisbildung am Ammersee ist nach deren Einschätzung vor allem, dass der Wind ziemlich regelmäßig weht. Solange dadurch das Wasser immer wieder durchmischt wird, erklärt beispielsweise der Schondorfer Fischer Anton Ernst, könne sich kein Eis bilden. Denn das wärmere Wasser in der Tiefe vermische sich dann immer wieder mit dem kalten an der Oberfläche. Außerdem brechen Wellen bereits vorhandene Eisflächen wieder auf. Vor seinem Café-Restaurant habe sich das Eis vor Tagen bereits bis etwa 100 Meter in den See hinaus ausgebreitet. Ostwind habe es dann wieder bis auf 20 Meter reduziert. Ähnliches war auch im Uttinger Bereich zu beobachten, ergänzt Manfred Ernst von der Dießener Wasserschutzpolizei.
Im Norden und in der Mitte ist der See noch offen: Entlang des Ufers, vor allem auch in der flachgründigen Bucht am Echinger Freizeitgelände hat sich zwar eine dicke Eisschicht gebildet, doch etwas weiter im See schwimmen Dutzende von Enten im Wasser. In der Werft in Stegen reicht das Eis nicht mal bis zum Ende des Dampfersteges. Die Schiffe der Seenschifffahrt sind teilweise im Eis gefangen und werden freigeschnitten, sobald das Eis zehn Zentimeter dick wird, wie Betriebsleiter Harald Lugmair erläutert: „Der Eisdruck ist gefährlich.“ Verwendet werde dazu eine Motorsäge, die auf einem Schlitten montiert sei. Das Schwert lasse sich absenken.
Eine windstille Nacht
Lasse der Wind nach, könnte es aber auf dem Ammersee schnell anders aussehen, weiß der Schondorfer Fischer Ernst: „Eine windstille Nacht, und dann ist der See zu.“ Mindestens bis zum Wochenende bestehen dafür Aussichten, denn die Meteorologen sagen weiterhin Dauerfrost an.
Die besten Eisbedingungen bestehen derzeit in der Dießener Bucht. Mehr über die Eislage am Ammersee lesen Sie in der Printausgabe des Landsberger Tagblatts.
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