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29. September 2010 20:10 Uhr

Vom Zeichen für Innovation zum Industriedenkmal

Raisting 1964 wurde die Erdfunkstelle Raisting von der Deutschen Bundespost in Betrieb genommen. Sie war eine der ersten ihrer Art und stand für eine technische Revolution: Telefon- und Fernsehverbindungen per Satellit. Nicht nur sende-, sondern auch bautechnisch stellte die Erdfunkstelle eine Besonderheit dar: Um die Antenne I zu schützen, wurde eine Traglufthülle, das Radom (aus Radar Dome), über der optischen Anlage hergestellt. Die Kuppel und die danebenliegenden Parabolantennen sind ein schon von Weitem erkennbares Wahrzeichen der südlichen Ammerseeregion geworden.

Heute ist das Radom, die fünftälteste Satellitenantenne weltweit, ein Unikat und ein Industriedenkmal, welches ein Museum werden könnte. Doch zuvor muss die marode Hülle erneuert werden (siehe Bericht oben auf dieser Seite). Ursprünglich waren vier Radome im Raistinger Becken geplant, wie auf der Homepage des Fördervereins Industriedenkmal Radom Raisting zu lesen ist, doch neuere Technik machte den Hüllenaufbau für die später gebauten Antennen überflüssig.

Zweite Antenne kam 1967

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Der erste kommerzielle Fernmeldesatellit hieß Intelsat I (Early Bird) und wurde von Antenne I ab 1965 anvisiert. Damit konnte die zehnfache Datenübertragungskapazität gegenüber dem vorher verwendeten Seekabel erreicht werden. Die zweite Antenne wurde 1967 gebaut, die dritte sollte 1972 die Übertragung der Olympischen Spiele in München ermöglichen. Raisting wurde mit den Jahren eine der größten Erdfunkstellen weltweit.

2006 wurde die Erdfunkstelle von der Telekom an das US-Telekommunikations-Unternehmen Emerging Markets Communications Inc. (EMC) verkauft. Die Antennen arbeiten weiterhin, das Unternehmen wird von Hilfsorganisationen und den Vereinten Nationen beauftragt. Für die Antenne I war dagegen das Aus schon 1985 gekommen, 1999 wurde das Radom zum Industriedenkmal erklärt. Seit 2007 gehört es dem Landkreis Weilheim-Schongau, eine GmbH wurde gegründet, der der Kreiskämmerer Heinz-Günter Hetterich als Geschäftsführer vorsitzt. Schon 2004 entstand ein Förderverein, der die einzigartigen technischen Exponate der Antenne sammelt. Aus dem Radom ein Museum zu machen ist jedoch nicht so einfach, wie Hetterich schildert: 50 000 Kubikmeter Luft hätten auf 20 Grad geheizt werden müssen, so das alte System. "Das Radom braucht viel Energie."

Konzept für Denkmalnutzung

Derzeit werde jedoch von einer Museumsplanerin ein Nutzungskonzept entwickelt, das demnächst diskutiert werden soll, außerdem sei ein Heizungskonzept entwickelt worden. Studenten der TU haben die Antenne auch getestet für mögliche Forschungszwecke. (smi)

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