Sonntag, 19. November 2017

Landsberg

03. Juli 2015 12:03 Uhr

Oberdießen

Von eigenartiger Schönheit

Martin Blumöhr lässt sich in keine Stilrichtung pressen und zeigt „Oculus compositus“ Von Romi Löbhard

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 Mit der 57. Sonderausstellung präsentiert das Malura Museum in Oberdießen noch bis einschließlich Sonntag, 2. August Werke eines Künstlers, der in keine Stilrichtung gepresst werden kann. Der Titel der Schau „Oculus compositus“ – Facettenauge, sagt dies bereits aus. Martin Blumöhr stellt scheinbar schnell hingeworfene, mit wenigen Linien in einer einzigen Farbe auskommende Lackbilder aus, die meist menschliche Eigenschaften personalisieren. Er zeigt aber auch großflächige Porträts von eigenartiger Schönheit sowie dem digitalen Zeitalter geschuldete, farbenprächtige Darstellungen von akribischer Akkuratesse.

Letztere sind nicht wie es den Anschein hat, am Computer entstanden. Vielmehr hat der Künstler gewollte Bildstörungen in Filmen „analog“ gezeichnet und gemalt. Die meist großformatigen Arbeiten und ihre bombastische Farbigkeit ziehen Betrachter an, halten Augenpaare fest. Ausgestellt seien Beispiele aus vier Serien, erklärte Laudatorin Dr. Brigitte Rambeck bei der Vernissage. Damit gewähre der Münchner Martin Blumöhr, dessen Großvater mit Oswald Malura befreundet war und der schon aus diesem Grund bereits als Kind Ausstellungen besucht habe, Einblicke in sein künstlerisches Experimentierfeld. Die Lackbilder entstammen der Serie „Destrukturen“, ein Begriff, den es so eigentlich nicht gibt, der aber treffend die sich auflösenden Strukturen des Figürlichen beschreibt. Punktgenau ist auch die Bezeichnung „Facial Digital“ für die großformatigen, mittels Bildstörungen beschönigenden Sequenzen aus Filmen über die Camorra („Omertá“) oder die Wirkung von Alkohol im Organismus („Capsaicin“).

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Die Serie „Graphiti“, Brigitta Rambeck weist ausdrücklich auf die eigenartige Schreibweise hin, beinhaltet Werke, für die ganz oder teilweise Graphit/Bleistift das gestalterische Mittel ist. Das Bild „Oma“ aus der Serie „Menschen“ ist für die Laudatorin „eine Hommage an eine ältere Mona Lisa“. Im kleinen Café des Museums wird eine filmische Dokumentation über die Entstehung der muralen Arbeit „Tunnelblick“ aus der Reihe „public viewing“ gezeigt. Diese Bezeichnung bedeutet laut Rambeck nicht das, was landläufig darunter zu verstehen ist. „Martin Blumöhr meint das umgekehrt: Er sitzt und schaut den Leuten beim Vorbeiflanieren zu.“ Was er da sieht, verarbeite er künstlerisch, in wilden, gemalten Graffityszenen.

Die erste große Aufmerksamkeit bei der Vernissage der Sonderausstellung gehörte allerdings einem prominenten Begrüßungsredner. Christian Ude, bis vor einem Jahr Oberbürgermeister der Landeshauptstadt, sprach kurz über Martin Blumöhr und ging vor allem auf sein Talent als Wandmaler ein. Blumöhrs Anspruch sei, öffentlichen Raum zu gestalten. Als Beispiel nannte Ude eine mittlerweile 100 Meter breite und 2,50 Meter hohe „Kunst an der Wand“, die der Künstler gemeinsam mit Kindern gemalt hat. Mit dem Riesenwerk porträtiert der Maler Pasing, das früher einmal Stadt war. Verewigt sind auf dem Bild ungewöhnliche Persönlichkeiten, verrückte Geschichten, groteske Gesichter.

Wichtig war Ude auch etwas anderes. Es sei ein gutes Jahr, über den Genius Loci zu sprechen, meinte er lächelnd und ging auf die von dem Literaten Peter Paul Althaus erfundene „Traumstadt“ ein, der er seit seinem letzten Oberbürgermeistertag, als Bürgermeister vorsteht. Die Traumstadt war gedacht als „institutionalisierte Utopie der Bohème, als Künstlergemeinschaft, die den Schwabinger Geist kultivieren sollte“. So schrieb die SZ vor wenigen Wochen, als sie Ude als „Bürgermeister der Traumstadt Schwabing“ vorstellte.

Die Traumstadt sei untrennbar mit dem Namen Malura verbunden, so Ude.

In dessen Schwabinger Wohnung haben Künstlertreffen, „Bürgerversammlungen“ stattgefunden. Der große Tisch und der Flügel im Malura Museum aus der aufgelösten Wohnung seien echte Relikte der Traumstadt. Anlässlich des 50. Todestags von Peter Paul Althaus („PPA“) wird es ab 20. September im Maluramuseum die Ausstellung „Ein Hauch von Traumstadt“ geben.

Termine Oculus compositus“ Malerei von Martin Blumöhr im Malura Museum Oberdießen, Mühlweg zwei; Öffnungszeiten bis einschließlich 2. August Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 08243-3638, 0170-3231634, museum@malura.info

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