Dienstag, 28. März 2017

Landsberg

13. März 2017 20:03 Uhr

Kreis Landsberg

Wann kommt das dritte Gleis?

Die Elektrifizierung und die Zweite Stammstrecke sind in der Spur. Der Ausbau der S4 zwischen Pasing und Eichenau noch nicht. Von Thomas Wunder

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Eine S-Bahn hält am Bahnhof in Geltendorf. Über den Ausbau der Strecke nach München zwischen Pasing und Eichenau wird weiter diskutiert. 

Mit dem Zug schneller von und nach München zu kommen, dieser Wunsch begleitet viele Pendler aus dem Landkreis Woche für Woche auf dem Weg zur Arbeit. Zwei große Baumaßnahmen machen Hoffnung, dass der Wunsch in Erfüllung geht: die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Geltendorf und Lindau sowie die zweite Stammstrecke in München. Doch was passiert mit dem Engpass zwischen Pasing und Eichenau? Wann wird dort ein drittes Gleis gebaut? Eine Entscheidung darüber könnte in den nächsten Wochen fallen.

Mitte Februar hat das Eisenbahn-Bundesamt den ersten von 21 Planfeststellungsabschnitten für die Elektrifizierung genehmigt. Ab der bayerisch-württembergischen Landesgrenze bis Aichstetten im Landkreis Ravensburg besteht laut Bahn Baurecht. Die Anhörungsverfahren der übrigen Abschnitte – darunter auch der zwischen Geltendorf und Buchloe – seien weitgehend abgeschlossen. Bei der Bahn gibt man sich optimistisch. Der Konzernbevollmächtigte Klaus-Dieter Josel bestätigt den Zeitplan für die Inbetriebnahme Ende 2020.

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Auch für den Bau der Zweiten Stammstrecke in München ist man guter Dinge bei der Bahn. Seit Mitte Februar hat das Baurecht für den Westabschnitt Bestandskraft, mehrere gerichtliche Klagen dagegen sind gescheitert. Für Anfang April ist der Spatenstich für die erste unterirdische Station am Marienhof geplant. Die Inbetriebnahme soll 2026 erfolgen. Mit dem Bau der Zweiten Stammstrecke soll aber auch der Ausbau der Außenäste in Angriff genommen werden, darunter das dritte Gleis zwischen Pasing und Eichenau. Auf dem Nadelöhr mit seinen zwei Gleisen drängen sich derzeit tagtäglich Güterzüge, Personenzüge und S-Bahnen.

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) will den Bahnausbau rund um München „klar strukturieren“. Zuletzt kündigte er an, bald ein „Vier-Phasen-Programm“ vorzustellen, ohne nähere Details zu nennen. Sein Parteikollegen Reinhold Bocklet, der Landtagsabgeordnete des Stimmkreises Fürstenfeldbruck-Ost, hat Sorge, der dreigleisige Ausbau könne dann in er untersten Schublade landen und schlägt Alarm. Er wolle nicht, dass auf der S4 bis 2027 nichts passiert. Der Ausbau zwischen Pasing und Eichenau habe oberste Priorität, denn mit der Elektrifizierung sei ab 2020 damit zu rechnen, dass der Fernverkehr auf dieser Strecke um 50 Prozent zunimmt.

Für den Ausbau der S4 setzt sich auch eine Bürgerinitiative ein. Vor wenigen Tagen veranstaltete sie in Puchheim eine Podiumsdiskussion, bei der Vertreter der CSU fehlten. Der verkehrspolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Markus Ganserer, sieht den Bau des dritten Gleises in weite Ferne gerückt, weil die Kosten für die Zweite Stammstrecke zu hoch seien. Die geplante Röhre blockiere Projekte in ganz Bayern. Herbert Kränzlein, SPD-Stimmkreisabgeordneter für den Landkreis Landsberg, verteidigte die Zweite Stammstrecke. Der Tunnel sei ein sinnvoller Bypass.

Die Frage, wann das dritte Gleis zwischen Pasing und Eichenau gebaut wird, wurde bei der Podiumsdiskussion nicht beantwortet. Einig waren sich die Teilnehmer allerdings darin, dass ein dreigleisiger Ausbau der S4 in diesem Abschnitt nicht reicht. Er solle zumindest so gebaut werden, dass er um ein viertes Gleis erweitert werden kann.

Auch der Bahnexperte Dr. Ralf Wiedenmann, der sich in der Schweiz und in Südbayern für den öffentlichen Verkehr einsetzt und im Großraum München aufgewachsen ist, kritisiert, dass der Streckenausbau auf der S4 auf sich warten lässt und sich Deutsche Bahn, Bund und Freistaat die Schuld gegenseitig zuschieben. „Allen Beteiligten sollte klar sein, dass der S4-Ausbau nun wirklich dringend ist.“ Werde die Zweite Stammstrecke eröffnet ohne dass der Ausbau der S4 rechtzeitig erfolgt, dann würden in der Spitzenstunde am Morgen statt bisher sechs Züge nur noch fünf Züge aus Buchenau Richtung Pasing verkehren.

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