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13. Januar 2012 11:00 Uhr

Klima

Warmes Frühjahr, feuchter Sommer, goldener Herbst

Das vergangene Jahr bot ein ausgeglichenes Klima, Frühjahr und Herbst erfreuten die Menschen, der Sommer vor allem Wald und Feld

Dießen/Westerschondorf Das Alpenvorland gehört zu den klimatisch besonders begünstigten Regionen: Das hat auch der Witterungsverlauf 2011 gezeigt. Wetterextreme konnten wie in den Vorjahren kaum beobachtet werden, sieht man vom regenlosen November ab. Selbst der gefühlte feucht-kühle Sommer war gar nicht so schlecht. Für Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen im Freien gab es von Juni bis Mitte August keine Schönwettergarantie, dafür lieferte der stetige Wechsel von Regen und Sonne bei nicht zu kalten und nicht zu heißen Temperaturen gute Ernten in Garten und Feld. Apropos Landwirtschaft: Auch viele Bauernregeln trafen zu.

Januar:Pauli Bekehr (25. Januar) ist der Winter halb hin und halb her: Der Winter hatte zeitig Ende November begonnen, machte dann aber vom Dreikönigstag bis Sebastian am 20. Januar länger Pause. Bis Lichtmess (2. Februar) herrschte dann praktisch Dauerfrost. Bis Mitte Februar war es wieder mild, in der zweiten Monatshälfte kehrte der Winter zurück: Am 23. Februar wurde mit –15,9 Grad die tiefste Temperatur im Jahr gemessen. Dieser Tag bildete dann schon einen vorläufigen Winterschlusspunkt.

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Februar:Matheis bricht’s Eis, hat er koans, dann macht er oans: Tatsächlich brachte der Mathiastag am 24. Februar zumindest tagsüber Milderung, Schnee war schließlich ab Monatsende kein Thema mehr.

März: In der ersten März-Dekade blieb es trocken, aber zumindest nachts frostig. Dann traf die Wetterregel zum 10. März zu, die lautet Wie die 40 Ritter eingehen, halten sie ’s 40 Tage hindurch. Der schöne Frühling währte sogar mehr als 40 Tage bis Ende April. Einzig hatten Bauern und Gartenbesitzer Sorge, es würde zu trocken. Doch im Alpenvorland kam es nicht zu einer Dürre wie in Franken, zumal Gertrud, die erste Gärtnerin erst einmal eifrig goss: 27,2 Liter auf den Quadratmeter wurden am 17. März in Westerschondorf gemessen.

April: Auch im April ging der Regen nie ganz aus, in der zweiten Monatshälfte blieb es jedoch 14 Tage hintereinander völlig trocken, sodass Ostern so schön wie selten war. Wegen des milden Frühlings war auch die Vegetation weit fortgeschritten, sodass die Natur am späten Osterfest am 24. April voll ergrünt war. Die vielen Sonnentage hatten die Bäume früh erblühen lassen und sorgten für gute Bestäubungsbedingungen und im Herbst für rekordverdächtige Obsternten. Die Kirschen blühten bereits in den ersten Apriltagen. Die Frostnächte vom 14. bis 19. April richteten glücklicherweise keine Schäden an.

Mai: Im Mai setzte sich das trocken-warme Wetter mit etwas verfrühten Eisheiligen vom 4. bis 6. Mai (nachts bis –2,7 Grad) fort. Ab Monatsmitte nahm die Regenhäufigkeit zu, der gefühlte feuchte Sommer nahm seinen bis in den August währenden Lauf.

Juni: Im Juni wurden sogar 25 Regentage gezählt. Meist fielen die Tropfen am Feierabend, die langen Abende waren meist wolkenverhangen. Hoffnung machten die Tage nach Johannis (24. Juni), denn Bald das Wetter vor Sankt Johanns grob, ist es nach Sankt Johanns mild und lind. Am Siebenschläfertag (27. Juni) und an Peter und Paul (29. Juni) war es denn auch hochsommerlich.

Beim Ulrichsfest war es wieder heiß

Juli: Doch der Juli begann wieder frisch und feucht. Bei der Kardinal-Brandmüller-Feier in Walleshausen am 2. Juli sollte man nicht zu leicht angezogen gewesen sein. Besser erwischten es zwei Tage später die Eresinger beim Ulrichsfest: Die Quecksilbersäule überschritt erstmals die 30-Grad-Marke. Danach ging es aber atlantisch-gemäßigt und mit reichlich Niederschlag weiter. So bewahrheitete sich auch die Erfahrung Die Magdalena (22. Juli) weint gern. Der Vorteil dieser Witterung war, dass Hagel, Sturm und Hochwasser kaum Schäden anrichteten. Da war das Schlimmste in dieser Hinsicht Anfang Juni überstanden, als über den gerade im Abbau befindlichen Dießener Töpfermarkt und St. Alban ein Hagelsturm gezogen war, der etliche Bäume umwarf.

August:Lorenz (10. August) und Bartl (24. August) schön, wird der Herbst gut ausgehn. Das funktionierte: Ab dem 10. herum wurde es beständiger und sommerlicher und die Tage zwischen dem 21. und 26. waren die heißesten des Jahres: Fünfmal war es wärmer als 30 Grad, die Rekordmarke wurde am 26. August mit 32,6 Grad erreicht. In dieser Zeit herrschten auch die besten Badebegingungen im Ammersee mit 20 bis 25 Grad Wassertemperatur. So wurde der August mit einer in Dießen gemessenen Durchschnittstemperatur von 20,6 Grad der mit Abstand wärmste Monat des Jahres.

September: Der September begann zwar mit etwas mehr Regen als der August geendet hatte und auch beim Trachten- und Schützenumzug auf dem Oktoberfest wurden die Trachtler aus dem Huosigau am 18. ordentlich eingeweicht. Danach herrschte wieder durchgehend bestes Wies’n-Wetter.

Oktober: Der Oktober startete sehr mild, brachte ab dem 14. ziemlich regelmäßig Frostnächte und am 20. auch schon etwas Schneeregen. Das Laub blieb lange an den Bäumen hängen.

Trockener November, nasser Dezember

November: Deshalb folgte auf einen überwiegend schönen Oktober ein noch schönerer, ja goldener November: Zwar herrschte auch manchmal Nebel, doch ansonsten ununterbrochen Sonnenschein. Regen fiel überhaupt nicht, sodass schon wieder Waldbrandgefahr bestand. Am 5. wurde sogar noch einmal die 20-Grad-Marke geknackt.

Dezember: Der Niederschlag kam am 2. Dezember zurück und fiel fortan reichlich. Mit einer Monatssumme von 101,5 Millimetern war es der feuchteste Dezember in diesem Jahrtausend. Weil es aber auch überdurchschnittlich mild blieb, war die Landschaft nur zur Monatsmitte tageweise etwas überzuckert. Zur Wintersonnenwende setzte wieder das Weihnachtstauwetter ein. Am föhnigen zweiten Feiertag schienen die fröhlich singenden Vögel schon den Frühling begrüßen zu wollen. Regnerisch endete das Jahr.

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