Sonntag, 19. November 2017

Landsberg

03. Juli 2016 17:12 Uhr

Utting

„Was kann man da machen?“

Bei Alberto verfolgen die Uttinger den Fußballkrimi mit Italien Von Maren Martell

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 Alberto Jezzo nimmt es mit Gleichmut. Zum mit Spannung erwarteten EM-Spiel Deutschland gegen Italien ist sein Lokal rappelvoll. Die überwiegend deutschen Gäste sind diesmal nicht nur wegen seiner leckeren Pizzen und Pasten gekommen. Sie wollen im Uttinger „Pinello“ auch das Viertelfinalspiel verfolgen. „Das wird heute schon etwas schwierig für mich. Aber was kann man da machen.“ Alberto zuckt mit den Achseln und schleppt einen Stapel abgeräumter Teller in die Küche. „Wenn wir heute verlieren, können wir das auch nicht ändern, und wenn wir gewinnen, ist die Freude natürlich riesig groß“, meint Francesca am Tresen. Mit einem breiten Grinsen schenkt die aparte Italienerin den vielen Fußballfans Wein und Grappa ein.

Alberto ist eigentlich Inter-Mailand-Fan. „Aber das ist schon lange her“, erzählt er und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Für einen deutschen Club konnte er sich noch nicht so erwärmen. Seit elf Jahren betreibt er in Utting seine Trattoria Italiana. Ursprünglich kommt er aus den Abruzzen, eine teils wilde Berglandschaft im Apennin, den Alpen recht ähnlich. Am Ammersee fühlt er sich mittlerweile auch zu Hause, bei seinen Gästen ist er sehr beliebt. Für die Europameisterschaft hat er extra einen großen Flachbildschirm installiert. Fast alle Spiele waren dort schon zu sehen. „Doch so voll, wie zum Spiel Deutschland-Italien war es noch nie.“ Ein ganz anderes Bild bietet sich nicht weit von seinem Restaurant. Am Strandbad Utting fällt das Public Viewing regelrecht ins Wasser. Nur ein einziger Fan verfolgt zu Beginn das Spiel unter dem Regenschirm auf einer pitschnassen Bierbank. Für Strandbadbetreiber Rupert Riedel ist das Wetter „eine Katastrophe“.

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Fußballutensilien sucht man im Pinello vergebens. Alberto hat auf jegliche Dekoration verzichtet. So hängen weder deutsche noch italienische Fähnchen in seinem Lokal. Und auch die Fans sind kaum „verkleidet“. Nur einige wenige haben die Trikots der deutschen Elf angezogen. Einer hat einen Schal in Schwarz-Rot-Gold vor dem Fernseher platziert. Ein anderer trägt einen „Schland“-Hut aus Baumwolle. „Ich tippe auf ein knappes 2:1“, meint Jürgen, der schon ewig lange in Utting lebt, aber eigentlich niederländischer Abstammung ist. „Orange ist ja diesmal leider nicht dabei, also drücke ich halt den Deutschen die Daumen, auch wenn es wohl sehr knapp wird.“

In den kleinen Gasträumen ist es so laut, dass man die Kommentare im Fernsehen kaum versteht. Die Begeisterung ist groß, als Mesut Özil dann in der 64. Spielminute für die Nationalelf das erste Tor erzielt. Viele fallen sich in die Arme, klatschen sich ab. Sollte der Bann doch endlich gebrochen werden? Sollte Jogi Löw und seiner Mannschaft das fast Unmögliche gelingen? Etwas enttäuscht blickt Alberto auf den großen Bildschirm und serviert stumm weiter Bier und Wein an die gefüllten Tische. Auch sein Küchenpersonal lugt ab und zu über den Tresen auf den Fernseher.

Ein enttäuschtes Raunen dann unter den Gästen, als den Italienern der Ausgleich gelingt. Die Reihen in der Trattoria lichten sich. Einige brechen nach Hause auf, „um dort das spannende Elend zu Ende zu schauen.“ Mit Beginn der Verlängerung verfolgen nur noch die eingefleischten Fans den Fußballkrimi in der Gemeinschaft. „Ich kann kaum noch hingucken, so spannend ist das“, meint eine Frau. Alberto hingegen zuckt erneut die Achseln und hofft, dass es doch noch positiv für seine Landsmänner ausgeht.

Grapparunden werden bestellt, als es in der K.o.-Runde zum abschließenden Elfmeterschießen kommt. „Das brauchen wir jetzt dringend für unsere Nerven“, meint ein Uttinger Zimmermann. Alberto wirbt für sein Kokos-Mousse als Nachspeise. Großes Zittern, als dann ausgerechnet Müller und Schweinsteiger überraschend patzen. „Ja, der Pähler bringt’s nicht mehr“, heißt es ziemlich spöttisch über den aus der Ammerseeregion stammenden Kicker Thomas Müller. Und dann Erleichterung und Riesenfreude bei den deutschen Fans, als dem Newcomer Jonas Hector schließlich nach 18 Schüssen vom Elfmeterpunkt der alles entscheidende Treffer gelingt. Pfiffe, Beifall, Jubel-Rufe kurz vor Mitternacht: „Mama Mia. Es ist einfach unglaublich!!!“

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