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01. Januar 2012 16:30 Uhr

Kastrationsaktion

Wenn die Falle zuschnappt, geht’s ab zum Tierarzt

Tierschützer kämpfen gegen unkontrollierte Vermehrung verwilderter Katzen

Greifenberg Eine Falle steht schon, ist aber nicht scharfgemacht: Auf einem Hof eines Anwesens nahe Greifenberg geht es auf Katzenjagd. Andrea Mittermeir, Marion Gleißner und Sylvia Gleich kommen mit zwei weiteren Lebendfallen. Das Trio von der Organisation K&K Katzenfreunde will den Tieren aber nichts Böses: Wer in den Käfig gerät, wird zum Tierarzt gebracht und kastriert. Es soll dafür gesorgt werden, dass diese wilde Katzenkolonie sich nicht noch weiter vergrößert.

Zwei bis drei Würfe kann eine Katze im Jahr haben und der letzte Wurf im Herbst ist oft wenig überlebensfähig. „Die Mütter sind ausgelaugt“, sagt Andrea Mittermeir, die Nahrungsgrundlage sei schlechter. Auch für die erwachsenen Tiere bedeute die Kastration eine bessere Lebensqualität: Bei den Katern fällt laut Mittermeir der Stress der Kämpfe weg, bei den Weibchen die Belastung durch die dauernden Geburten. „Außerdem werden viele Krankheiten bei der Paarung übertragen.“ Auch verwilderte Katzen sind domestizierte Haustiere und nach Auffassung des Tierschutzbundes „nicht mehr in der Lage, sich und ihre Nachkommen vollständig alleine zu versorgen“.

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Appell an die Katzenhalter

Und es ist ein Stopp in der Populationsentwicklung: Aus einem Katzenpaar kann sich in zwei Jahren eine Kolonie von 30 Tieren entwickeln. Und gerade für die Jungen sind die Überlebenschance nicht die Besten: „Sie müssen doch nicht umsonst auf die Welt kommen“, ärgert sich Mittermeir, dass die Allgemeinheit dem Problem zumeist tatenlos gegenübersteht. Zum einen kümmern sich Grundbesitzer oft nicht, wenn sich verwilderte Katzen ansiedeln, zum anderen lassen Halter von Freigängerkatze diese oft unkastriert durch die Gegend ziehen. Sie paaren sich mit verwilderten Kätzinnen und das Karussell der Fortpflanzung dreht sich weiter. Die drei Frauen aus dem Raum Geltendorf und Windach wollen es stoppen und versuchen über derartige Kastrationsaktionen zumindest bei einer Population einen Riegel vorzuschieben. Wichtig ist, dass man alle Tiere erwischt. Zumeist werden sie aus den Dörfern informiert, dass sich in einer Scheune Katzen angesiedelt haben. Hier bei Greifenberg handelt es sich um eine relativ abgeschlossene Population. Die Anwohner füttern und haben auch ein kleines Kätzchen aufgenommen, doch der Rest der Tiere ist sehr scheu und lässt Menschen nicht an sich herankommen.

Ein Kater wird gefangen

Eine schwierige Aufgabe für das Fangteam: Möglichst leise werden die Fallen aufgestellt und so präpariert, dass sich die Klappe schließt, sobald eine Katze kommt und darin und frisst. Die Falle ohne Klappe steht schon länger hier, um die Tiere daran zu gewöhnen, dort Futter zu finden. Die Frauen ziehen sich zurück und warten in der kalten Winterluft. Plötzlich ein Rumpeln, eine Falle ist zugeschlagen. Es ist ein großer Kater, der verzweifelt gegen das Gitter springt. Schnell ein Tuch darüber, damit er sich beruhigt. Der Kater wird zum Tierarzt gebracht, kastriert, geimpft und entwurmt und dann nach einer Nacht der Ruhe wieder hierher gebracht. An den Menschen gewöhnen könne man diese Tiere nicht mehr, sagt Mittermeir. „Aber die Kleinen versuchen wir zu vermitteln.“

Weitere Informationen unter

www.kundk-katzenfreunde.de

www.tierheim-landsberg.de

hwww.tierschutzbund.de/katzenschutz.html

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