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21. Januar 2012 07:00 Uhr

Augustinum

Wie früher in der Schule

Die neue Theatergruppe führt mit „Klassentreffen“ ihr erstes eigenes Stück auf

Ein Brief sorgt beim „Klassentreffen“ für unerwartete Dramatik. Was da wohl drin steht?
Foto: Gerald Modlinger

Dießen Die Position des ältesten Bühnendarstellers ist seit dem Tod von Johannes Heesters (108) seit Weihnachten wieder neu zu besetzen. Vielleicht mit einem hoffnungsvollen Ü-80-Talent aus dem Dießener Augustinum? Warum nicht, denn zum ersten Mal wagt sich die hauseigene Theatergruppe auf die Bühne. 19 Bewohner präsentieren am Dienstag, 24. Januar, um 17 Uhr gemeinsam mit Direktor Bernhard Benne und Kulturreferentin Sabine Cichowski ihr selbst geschriebenes Stück mit dem Titel „Klassentreffen“.

Nach dem großen Erfolg einer Faschingsaufführung hatten etliche Bewohner des Stifts Blut geleckt. So eine Faschingsgaudi, so viel war klar, ließe sich zwar nicht leicht wiederholen, aber man könnte ja noch etwas anderes ausprobieren. Ein geeigneter Stoff war schnell gefunden: Ein Klassentreffen ist etwas, da kann jeder etwas dazu beitragen und jeder mitspielen, zumal ein Klassentreffen bisweilen ja auch so eine Art Theater ist. Die Rolle, die man während der Schulzeit hatte, bekommt man manchmal seinen Lebtag nicht mehr los, sobald man mit den Gefährten von damals wieder zusammenkommt.

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Und tatsächlich sind sie nach 40 Jahren auch wieder fast alle gekommen: Peter, der Angeber, Heinz, der Langweiler, der natürlich ein trockener Jurist geworden ist, und Berni, der Überflieger von einst, der noch immer der Schwarm der Damen ist. Derweil tauschen sich die früheren Schulfreundinnen über Kinder, erfolgreiche Gatten oder Tierschutzaktivitäten in Afrika aus.

Dann aber kommt Dramatik auf. Die Gundl ist nicht gekommen, hat aber ihre Schwester Afra geschickt und die hat einen geheimnisvollen Brief an einen ehemaligen Mitschüler dabei – und da platzen manche geradezu vor Neugier: was da wohl drin steht?

Durchschnittsalter über 80

Eine gute Stunde lang ist für ein heiteres Klassentreffen gesorgt, eine beachtliche Leistung für eine Gruppe mit einem Durchschnittsalter von weit über 80 Jahren. Seit einem halben Jahr, erzählt Regisseurin Heide Pavek, trifft sich die Theatergruppe regelmäßig: Mit Improvisationen fingen die Darsteller an, daraus entwickelte sich dann das Stück. Jetzt hofft das Augustinum-Theater auf viele Zuschauer, am Montag ist hausintern Premiere, am Dienstag folgt eine Aufführung für die Öffentlichkeit. Und die Theatergruppe soll keine Eintagsfliege sein. Als Nächstes planen die Laienspieler dann kein selbst geschriebenes, sondern „mal ein richtiges Theaterstück“ aufzuführen, wie es Pavek formuliert. (ger)

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