Montag, 23. Oktober 2017

Landsberg

17. November 2011 13:20 Uhr

Ausstellung

Wirklichkeit und Reflexion

Malerei und Holzschnitte von Bernd Zimmer Von Gudrun Szczepanek

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1984 entdeckte der Maler Bernd Zimmer den Holschnitt als Medium vielschichtige Landschaftsbilder zu gestalten.
Foto: Gudrun Szczepanek

Dießen Parallel zum „Kleinen Format“, das am heutigen Freitag um 20 Uhr im Blauen Haus in Dießen eröffnet wird, zeigt die Initiatorin Annunciata Foresti die erste Sonderausstellung im Stellwerk Dießen. Geplant ist hier eine alljährliche Sonderschau mit hochkarätigen Künstlern. Die Meßlatte ist mit Bernd Zimmer bereits hoch angelegt. Denn Bernd Zimmer gehört zu den bekanntesten deutschen Malern, die sich im weitesten Sinne von Natur und Landschaft inspirieren lassen.

1948 in Planegg geboren, begann seine Karriere in den 70er Jahren in Berlin, wo er 1977 zusammen mit Salomé, Helmut Middendorf, Rainer Fetting und anderen Künstlern die legendäre Galerie am Moritzplatz gründete. Die Galerie sollte ein Forum bilden, wo die Künstler ganz frei ihre Kunstwerke zeigen konnten. Erst als Bernd Zimmer hier ein „Pamphlet für die Malerei“ ausstellte, sollte sich die Malerei zum wichtigsten Medium der „Selbsthilfegalerie“ entwickeln. Der eigentliche Durchbruch kam 1980, als das Haus am Waldsee die vier Maler erstmals ausstellte und damit wichtigen Sammlern zugänglich machte. Gemeinsam war den Malern eine vorwiegend figurative Malerei mit stark expressivem Gestus. Sie gehörten zum Kern der Berliner jungen Wilden, die heute längst in der Kunstgeschichte etabliert sind. Unter diesen Malern war vor allem Bernd Zimmer der Natur verfallen. Auf Reisen und in seiner unmittelbaren Umgebung bekam und bekommt er die Anregungen zu seinen Bildern. Vor diesem Hintergrund scheint es nur folgerichtig, dass er Ende der 70er Jahre wieder nach Bayern aufs Land zog, allerdings ohne die Wurzeln nach Berlin zu kappen. Er malte in Schloss Kaltenberg und ging dann 1984 nach Polling, wo er sich in den ehemaligen Stallungen ein großes Atelier einrichten konnte. Abseits vom Lärm des Kunstbetriebs kann er hier konzentriert und konsequent seiner Malerei nachgehen. Auch treten für ihn hier, in der Ruhe der weiten Landschaften, die Differenzen zur Stadt schärfer hervor.

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In die Welt der Farben und Formen

In der kleinen Ausstellung im Stellwerk zeigt er nun seine neusten Arbeiten, abstrakte Baumstämme, die sich im Vordergrund in einer Wasserfläche spiegeln. Das jedenfalls sind die ersten Assoziationen, angesichts des Leinwandbildes und der verschiedenen Holzschnitte. Doch gerade die Reihen der Holzschnitte entführen uns in die Welt der Formen und Farben. Man beginnt zu vergleichen und entdeckt, dass die Bilder von denselben Holzplatten gedruckt wurden.

Dabei arbeitet Bernd Zimmer gerne mit der sogenannten verlorenen Form. Das heißt, dass die gesamte Auflage mit der ersten Druckplatte gedruckt wird, die anschließend weiter bearbeitet wird. Der Holzschnitt ist ein Hochdruckverfahren, bei dem die hochstehenden Teile die Farbe aufnehmen und an das Papier abgeben.

Je mehr von der Holzoberfläche weggenommen wurde, umso filigraner werden die gedruckten Strukturen. Das gilt für den Positivdruck. Der Maler arbeitet seine Formen, in dem Fall die Baumstämme, aber auch negativ aus dem Holz heraus. Eine Serie, die nach einer Chinareise entstanden ist, nimmt charakteristische Merkmale der dortigen traditionellen Landschaftsmalerei auf. Ein Baum, Felsen und Wasser werden immer wieder neu komponiert. Dabei verändert sich vor allem auch die Farbpalette, die unmittelbar zum Stimmungsträger wird.

Zu dieser Reihe gehören 72 Holzschnitte, die auch als Buch, dann zweiseitig bedruckt, mit einer Auflage von vierzig Exemplaren erschienen sind.

Das Thema der Ausstellung „Reflex“ bezieht sich zum einen auf die malerische Reflektion der Baumlandschaften, zum anderen auf die Reflektionen, also die Spiegelbilder im Wasser.

Darüber hinaus kann der Betrachter weiter reflektieren, ob die Spiegelungen wirklich von den Bäumen resultieren oder ganz andere Projektionen darstellen. Auch die Farbklänge lösen Reflexe aus, lassen an Umweltzerstörung und bedrohliche Szenarien denken. Wir können uns aber auch einfach nur hineinträumen in die phantastischen, abstrakten Baumlandschaften von Bernd Zimmer.

Termin Die Ausstellung „Bernd Zimmer - Reflex“ wird am 18. November um 18.30 Uhr eröffnet. Sie ist bis zum 4. Dezember, Samstag und Sonntag von 14-18 Uhr im Stellwerk Dießen, Seestrasse 5 zu sehen. Am Montag, dem 21. November findet ein Künstlergespräch mit Bernd Zimmer zum Thema Holzschnitt statt. Da die Teilnahme auf 20 Besucher begrenzt ist, wird um Anmeldung per E-Mail gebeten: info@kunst-im-stellwerk.de

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Dießen | Berlin | Planegg | Polling

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