Mittwoch, 24. September 2014

Landsberg

04. November 2011 19:00 Uhr

Pelletsheizung

„Wurden falsche Ingenieurverträgeverwendet?“

Ingenieure erhielten in Geltendorf 90000 Euro für Planung. Heizanlage funktioniert nicht wie gewünscht

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Geltendorf „Kann es sein, dass falsche Ingenieurverträge verwendet wurden?“ Gemeinderat Josef Weiß brachte in der jüngsten Sitzung in Geltendorf das Thema Ingenieurverträge aufs Tapet. 90000 Euro sind seiner Information nach für Ingenieursleistungen beim Bau der Heizanlage in Schule, Rathaus und Turnhalle geflossen, die selbst 156000 Euro gekostet habe. „Als Privatmann würde ich das nicht auf mir sitzen lassen.“ Bürgermeister Wilhelm Lehmann antwortete, dass der Projektsteuerer der Gemeinde, Andreas Magotsch, die Sache prüfe.

Im Gemeinderat wurde vermutet, dass die Summe von 90000 Euro das Ingenieurshonorar für die zunächst geplante, 780000 Euro teure Hackschnitzelanlage gewesen sein könnte. Im Sommer 2008 war nämlich angedacht worden, am Bürgerhaus eine große Heizzentrale zu bauen, die sowohl den alten Verbund Rathaus/Schule/Turnhalle, als auch das Bürgerhaus und vielleicht sogar noch eine zukünftige Sportstätte versorgen sollte. Angesichts der Kosten entschied sich der Gemeinderat jedoch anders – für die Pellets-anlage in der Schule.

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Projektsteuerer hat Abrechnung überprüft

Zur rechtlichen Situation will sich Bürgermeister Lehmann nicht äußern, wie er dem LT sagte. Er verweist darauf, dass Magotsch die Sache geprüft habe und das Ergebnis dem Gemeinderat vorstellen werde. Und der ehemalige Kreisbaumeister Magotsch ist laut Andreas Graf von der Kommunalaufsicht im Landratsamt ein Experte, wenn es um die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) geht. Wenn es zu Unklarheiten komme, muss nach den Ausführungen von Graf überprüft werden, ob eine Abrechnung HOAI-gerecht sei. „Die Honorarordnung ist absolut geregelt“, erläuterte Graf. Und Planer hätten einen Rechtsanspruch darauf, ihren Leistungen entsprechend bezahlt zu werden.

Zuerst müsse die Gemeindeverwaltung eine Abrechnung danach überprüfen, ob sie der HOAI entspreche. Weiter kann diese Aufgabe laut Graf ein Projektsteuerer übernehmen oder eine Gemeinde kann sich ans Landratsamt wenden.

In Geltendorf kommt jedoch hinzu, dass die Heizanlage angeblich nicht so funktioniert, wie sie sollte. In der Sitzung wurden Geräuschbelastungen durch die neue Anlage im Keller der Schule angesprochen. Der Gemeindereferent für die energetische Sanierung der Schule, Thomas Dietsch, erläuterte, dass es an dem Rohr, das in den Kamin eingezogen worden sei, zu Strömungsgeräuschen komme.

Außerdem gebe es in der Schule Geräusche wegen eines Ansaugrohres für die Pellets, das in einem Gang verläuft, sagte Dietsch gegenüber LT.

Verhältnis von 85 Prozent Pellets und 15 Prozent Öl nicht erreicht

Schwerer wiegt für ihn, dass die Anlage nicht die gewünschte Leistung bringt: „Geplant war, dass 85 Prozent der Leistung über die Pelletsheizung erfolgt und bei Spitzenlast 15 Prozent über eine Ölheizung. Dieses Verhältnis wird nicht erreicht.“

Die Heizung funktionierte laut Dietsch im vergangenen Winter auch noch nicht richtig. Der Techniker der Gemeinde, Christian Schmid, der Hausmeister Richard Mohr und er selbst hätten daran gearbeitet, „dass es in der Schule warm wird“. Seiner Erkenntnis nach wurden falsche Absperrventile verwendet und Temperaturfühler an der falschen Stelle angebracht. „So viel ich weiß, ist die Mängelbewertung noch nicht abgenommen worden.“ Dietsch ärgert, dass das Ingenieurbüro ein hohes Honorar bekomme „für mangelhafte Leistung.“

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