Montag, 23. Oktober 2017

Landsberg

24. November 2009 05:47 Uhr

Zeit und Vergänglichkeit als Themen

Dießen Bereits zum zweiten Mal findet im Kulturforum die Jahresausstellung "das kleine format" statt. Ins Leben gerufen wurde diese Initiative von der Malerin Annunciata Foresti, um für die Künstlerinnen und Künstler der Region eine neue Ausstellungsmöglichkeit zu schaffen. Alle 29 Teilnehmer wurden von Annunciata Foresti eigens eingeladen, im Rahmen der Ausstellung ihre Arbeiten zu präsentieren. Nicht nur leicht handhabbare Abmessungen sind eine Vorgabe des Konzepts, sondern auch die Preisgestaltung für die Werke, 500 Euro sollten nicht überschritten werden. Auch in diesem Jahr bescherte das stimmige Konzept zur Vernissage einen wahren Besucheransturm. Von Nue Ammann

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Der Dießener Bügermeister und Schirmherr Herbert Kirsch begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste. Im Verlauf des weiteren Abends hatte er außerdem das Vergnügen, entsprechend einer durchgeführten Publikumswahl, eine künstlerische Arbeit für die Gemeinde anzukaufen. Die Bereitstellung von frei verfügbaren, öffentlichen Geldern für einen solchen Ankauf lobte Dr. Sepp Dürr, Kulturpolitischer Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag, in seiner nachfolgenden Ansprache ausdrücklich. Die "Förderung zeitgenössischer Künstler" gerate sonst, durch die "restaurative Kulturpolitik", die sich "vorrangig für den Erhalt des Bestehenden" einsetze, mehr und mehr ins Hintertreffen.

Eine ansprechende Vielfalt unterschiedlichster künstlerischer Werke, wohlgeordnet und angenehm zurückhaltend präsentiert, erwartet den Besucher. Die ausnahmslos hohe Qualität der ausgestellten Arbeiten ist dabei eine besondere Stärke "des kleinen formats". Die Exponate stammen aus allen Bereichen der darstellenden Kunst - Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation, Video, Zeichnung. Nicht nur verschiedenste Medien, auch unterschiedlichste Formen der Kunstauffassung werden gleichberechtigt nebeneinander gezeigt. So ist die malerische Dokumentation einer abstrakten Idee, wie im Falle der Arbeit von Andreas Kloker, ebenso vertreten, wie fein gezeichnete Naturstudien von Burkhard Niesel.

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Zeit und Vergänglichkeit sind die Themen, denen sich der Performancekünstler Andreas Kloker widmet. Üblicherweise verwendet er für seine "Elementar Zeichnungen" Wasser, mit dem er auf Tafeln zeichnet, um durch die langsame Verdunstung der Bilder und Texte das Vergehen der Zeit zu verdeutlichen. Für "das kleine format" hat er jedoch seine Werkmittel ausgetauscht. Um die Gegenwart dauerhaft beobachten zu können, dokumentierte er die Zeit in Tuschen und Zeichnungen.

Entscheidung des Publikums

Wie von der Mehrheit der Vernissagebesucher gewählt, wird ein Bild von Ernst Heckelmann, von und für die Gemeinde Dießn angekauft werden. Der Maler bearbeitet "geistige Innenwelten", die "ganz nah am eigenen Leben" sind. Akte, Wälder, Schiffe und Dampfer sind dabei wiederkehrende Symbole seiner zentralen Themen. Die Authentizität des Bildinhalts auf der einen Seite, die spannungsreiche, überlegte Komposition auf der anderen, sind die beiden Pole, zwischen denen er seine künstlerische "Gratwanderung" zurücklegt. Für die Gemeinde Diessen hat Bürgermeister Herbert Kirsch eines der Dampfer-Bilder ausgewählt.

Die Plastiken Hilde Seyboths, die Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München studierte, sind einem ähnlichen Themenkreis gewidmet, "Zeit - Raum - Körper, unablässige Positionsbestimmungen des eigenen Ich in der Welt". Ihre aus Bronze oder Wachs gestalteten Hausformen sind eine Verkörperung des geborgenen Ichs, Symbole für "Schutz und Abgrenzung".

Ganz anders die Arbeiten von Annunciata Foresti, sie spiegelt in ihren scheinbar abstrakten Gemälden Natureindrücke und Schlüsselerlebnisse wieder. Die intensive Farbigkeit ihrer Bilder hat erzählerischen Charakter, rhythmisch und spannungsreich wechselt sie zwischen flächigen und bewegten Bildelementen, die zusammen assoziative Welten erschaffen, in denen der Fluss, die gleitende Veränderung Grundton ist.

Peter Dietz ist mit einem Video vertreten, das mit einer Klang-Eigenkomposition und Lauftext bereichert ist. Die Bildhauerin Ute Ilse Schneider schafft mit ihren Kleinplastiken Räume, die sie durch die modellierten Bewegungen wieder durchbricht. Emilia Scharfe untersucht die alltäglichen Wiederholungen und Variationen anhand einer tagebuchartig entstandenen Serie von Guaschen. Bert Praxenthaler zeigt mit seinen "Talib Ready-mades", Fotografien der Granatsplitter, die bei der Zerstörung der Buddhas von Bamiyan entstanden, um das Spannungsfeld zwischen Kunst und zerstörerischer Gewalt darzustellen. Außer den bereits genannten, bieten Julia Albrecht, Inge Brandl, Matthias Czybulka, Hans Dumler, Inge Frank, Florian Freier, Helmut Hager, Stephanie von Hoyos, Bernhard Jott Keller, Brigitte Kirchner, Hubert Lang, Christoph Moeller, Burkhard Niesel, Wolf Schindler, Lukas Schramm, Renate Stracke, Doris Trummer, Götz Wagner, Karl Witti und Helmut Zimmermann Gelegenheit zur Kunstbetrachtung.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 6. Dezember, jeweils donnerstags bis sonntags zwischen 14 und 19 Uhr geöffnet. Außerdem findet am Samstag, 28. November ab 20 Uhr, ebenfalls in den Räumen des Kulturforums, ein Abend der neuen Medien statt. Sieben junge Künstler zeigen dabei ihre Videofilme und Installationen.

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