Montag, 23. Oktober 2017

Landsberg

02. November 2011 14:00 Uhr

Konzert

Zusammenprall der Welten und Stile

Maria Farantouri und Charles Lloyd gemeinsam im Stadttheater Landsberg Von Alois Kramer

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Zwei Welten und zwei Stile trafen aufeinander und ergänzten sich prächtig: Maria Farantouri und Charles Lloyd gastierten im Landsberger Stadttheater.
Foto: Thorsten Jordan

Landsberg Eintragung ins Goldene Buch der Stadt (LT berichtete), ein volles Haus, selbst die Stehplätze besetzt, Blumen vom Oberbürgermeister Ingo Lehmann, Auftritte in Landsberg, Berlin und Athen: Stichworte für das Konzert der Griechin Maria Farantouri und des Charles Lloyd Quartetts am Dienstagabend im Stadttheater Landsberg. Es war ein höchst ungewöhnliches Ereignis. Auch weil sich tatsächlich, wie angekündigt, bei ihrem Auftritt zwei Welten und zwei Stile miteinander vereinigten.

Die Muse von Mikis Theodorakis

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Auf der einen Seite der 72-jährige New Yorker Saxofonist Lloyd, der seit den Sechzigern mit dem weichen Sound seines Saxofons, seiner Querflöte und seiner Schalmei das Publikum verzaubert, eine Stimme der Moderne. Auf der anderen die bedeutendste zeitgenössische griechische Sängerin, Muse des großen Mikis Theodorakis, Stimme der Freiheit in einem vor Jahrzehnten von Militärs geschundenen Griechenland, Identitätsfigur für eine Nation. Farantouri mit einem tunikaähnlichen Gewande, der Callas im Film „Medea“ von Pier Paolo Pasolini gleich. Er großstädtisch mit Hut, Schal und dunklem Anzug. Im Rot des Schals und des Aufsatzes auf dem Kleid trafen sich die beiden.

Wie wunderbar bettete sich der Gesang Farantouris in den samtenen Klang von Lloyds Saxofon, wie poetisch war der Ausdruck der griechischen Sprache, in der sie die Lieder vortrug! Wie gelungen nahmen die durchweg jungen Musiker von Charles Lloyd am Klavier (Jason Moran), Schlagzeug (Eric Harland) und Kontrabass (Reuben Rogers) den Rhythmus und die Stimme Farantouris auf, wie dachten sie weiter, wie ergänzten sie, wie vervollkommneten sie!

Fast mystische Momente schuf der Grieche Socratis Sinopoulos mit seiner Lyra. Er streichelte sein Instrument, schuf eine großartige Klangkulisse. Man glaubte die Stimme Homers in diesem archaischen, fast pentatonischen Singen der Farantouri zu hören. Töne aus vergangenen Jahrtausenden drangen von der Bühne ans Ohr. Klänge, die das Hirtenvolk lebendig werden ließen. Was war das nochmal, die Zeit? Sie verging in diesen lyrischen Momenten, ohne bemerkt zu werden. Die Stücke waren lang. Sie hatten nicht die üblichen drei Minuten, der Übergang von einem zum anderen geriet mitunter fließend. Die Soli der Musiker gelangen hervorragend. Die Drums von Eric Harland ließen in ihrer Präzision an Bach erinnern.

Es brauchte allerdings eine Findungsphase, bis die Musiker zusammenkamen und die Musik richtig groovte. Das wundert nicht, denn der letzte Abend der beiden lag über ein Jahr zurück. Es fand im Herbst 2010 im Herodion in Athen statt. Erst als nach einer kurzen Pause für Farantouri das Quartett allein spielte, bekam das Konzert so richtig Schwung und als die zwei Zugaben kamen, war das Zusammenspiel perfekt.

Die nächsten Veranstaltungen sind in Berlin und in Athen. Landsberg kann sich rühmen in einer Reihe mit diesen Metropolen genannt zu werden.

Tosender Beifall und Bravorufe

Die Karten für das Konzert, sagte Edmund Epple bei der Begrüßung, der Verantwortliche für den Auftritt Farantouris und Lloyds, seien ihm aus den Händen gerissen worden. Das verwundert nicht. Das begeisterte Publikum gab ihm Recht. Tosender Beifall und Bravorufe.

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