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25. August 2009 19:15 Uhr

Das Team spornt zur besseren Leistung an

Eigentlich ist es Aufgabe der Sportredakteure, über Sportarten zu berichten - und zwar als Beobachter. Doch in dieser Serie wollen wir den Blickwinkel einmal ändern - und berichten als "blutiger Anfänger". Dabei stellt sich immer wieder heraus: Nichts ist so einfach, wie es aussieht.

Landsberg l mm l Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen - irgendwann in grauer Vorzeit stand diesmal auf dem Stundenplan im Schulsport. Aber das ist schon Jahrzehnte her. Lust, das mal wieder auszuprobieren, ist da - aber auch die Befürchtung, sich nach so langer Zeit ziemlich dämlich anzustellen.

Will man aber das Sportabzeichen machen, muss man sich die Bewegungsabläufe von Früher wieder ins Gedächtnis rufen und die Hoffnung keimt auf: So schlimm wird es schon nicht werden.

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Immer montags, ab 17.30 Uhr, treffen sich die Sportabzeichen-Kandidaten im Landsberger Sportzentrum und da wird erst einmal professionell aufgewärmt. "Wir laufen immer erst ein paar Runden und machen dann Gymnastik", erklärt Udo Bauer, seit Jahrzehnten bereits für das Sportabzeichen im Landkreis zuständig. Der ehemalige Leichtathlet ist nicht nur Prüfer, sondern zugleich auch Trainer - und zwar ein professioneller. Systematisch wird gedehnt und gelockert, und gleichzeitig wird man als Neuling ganz schnell in die Gruppe integriert: Berührungsängste gibt es keine. Im Gegenteil: Auch die Angst, sich zu blamieren, ist ganz schnell verschwunden. Hier hilft jeder jedem, feuert an, korrigiert und muntert auf.

Der erste Härtetest kommt für mich bereits beim 50-Meter-Lauf. Meine beiden Mitstreiter, die nur mitlaufen, damit ich nicht alleine auf die Bahn muss, sind um einiges älter als ich - und bedeutend schneller. Sofort nach dem Startkommando lagen sie bereits mehrere Meter in Führung - hielten sich aber sofort sportlich zurück und zogen mich ins Ziel. Dass die Zeit dennoch zu langsam war, war nun wirklich nicht ihre Schuld.

Doch - das ist das Schöne am Sportabzeichen - mangelnde Laufleistung lässt sich durch andere Disziplinen ausgleichen. So steht mir noch das Schwimmen offen, bei dem die nötigen Punkte gemacht werden können. Überhaupt bietet sich das Sportabzeichen hervorragend auch für alle an, die eben nicht mehr jede Disziplin aus gesundheitlichen Gründen ausüben können. Statt Laufen wird auch Radfahren, Skaten, oder eben Schwimmen angeboten.

Auch bei den Sprungdisziplinen kann man wählen: Hoch- oder Weitsprung wird gefordert. Ab einer gewissen Altersklasse ist auch der Standweitsprung erlaubt. Für mich noch nicht, also mit Anlauf: Mit Müh und Not reicht die Weite diesmal wenigstens. Und wenn man schon mitmacht, dann alles. Damit geht es zum Hochsprung. Geduldig begleiten mich Udo Baur und die Gruppe und geben mir hilfreiche Tipps. Auf dem Weg zu den Stationen wird gelacht und trotzdem sind alle konzentriert bei der Sache: Es herrscht eine lockere Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt, die anspornt, aber nicht unter Druck setzt. Es macht einfach Spaß.

Beim 2000-Meter-Lauf werden die Beine immer schwerer

Auch im Hochsprung klappt es nach einigen Anläufen und die benötigte Höhe ist erreicht. Bislang lief es besser als erwartet. Und zumindest eine Disziplin machte mir - wie erhofft - wenig Probleme, denn beim Kugelstoßen genügte bereits der erste Versuch.

Ganz anders aber beim abschließenden 2000-Meter-Lauf: Ohne die Unterstützung von Udo Baur wäre ich niemals ins Ziel gekommen. Fünf Runden. Nur fünf Runden waren es, doch diese wurden immer länger. Während mein Keuchen immer lauter, meine Beine immer schwerer und meine Arme schon lange gefühllos waren, redete mir Baur weiter gut zu und lief locker nebenher. Irgendwann war auch die fünfte Runde zu Ende - und dank Udo Bauer hatte ich auch die 2000 Meter geschafft.

Insgesamt lief es besser als erwartet auch wenn ganz deutlich wurde: Wer nur ein bisschen Freizeitsport betreibt, braucht neben viel Glück auch eine so tolle Trainingsgruppe als Unterstützung, um die geforderten Zeiten und Weiten erzielen zu können. Gleichzeitig entdeckt man auch den Spaß daran, abends eben nicht nur "eine Runde Joggen" zu gehen, sondern auch mal wieder die Leichtathletik-Disziplinen aus der Jugendzeit auszuprobieren. Dass dabei auch gemessen und gestoppt wird, sorgt zudem für einen Anreiz.

Fazit: Die Sportabzeichengruppe ist genau das richtige für jeden, der gerne zusammen mit anderen Sport macht, aber nicht unbedingt in einen Verein gehen möchte. Außerdem stachelt das Ziel, nämlich die geforderten Normen zu erreichen, an. Und die sind so gesteckt, dass sie mit etwas Training auch erreichbar sind.

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