François Hollandes Ideen, die er selbst vorbringt, sind etwas schwach. Sie strotzen nicht vor reformerischem Mut. Von Birgit Holzer

François Hollandes Weg in den Élysée-Palast war nicht vorgezeichnet. Drei Männern verdankt er seinen Wahlsieg: Nicolas Sarkozy, Dominique Strauss-Kahn und sich selbst. Der Wandel ist jetzt, lautete sein Wahlspruch. Auf der radikalen Abkehr von der Politik und dem Stil des unbeliebten Sarkozy baute Hollande seine Kampagne auf.
Als zu farblos kritisiert, ging er in die Offensive und nutzte den wachsenden Anti-Sarkozysmus für sich. Er verspricht eine skandalfreie Amtsführung, mehr Gerechtigkeit und wirtschaftlichen Aufschwung mit Sarkozys enttäuschender Bilanz vor allem hinsichtlich Arbeitslosigkeit und Staatsverschuldung als stärkstem Argument. Schwächer sind die Ideen, die er selbst vorbringt. Sie strotzen nicht vor reformerischem Mut.
Daneben erklären Hollandes mangelnde Regierungserfahrung und geringes Charisma, warum der Sieg nicht deutlicher ausfiel. Es entschied die Abneigung gegen den Staatschef, nicht die Begeisterung für seinen Herausforderer. Fast zufällig geriet er in die erste Reihe, nachdem sich der eigentliche Favorit der Sozialisten selbst disqualifiziert hatte: Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn stolperte über die Vergewaltigungsanklage eines New Yorker Zimmermädchens.
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