Selbst der legendäre Werbespruch „Neckermann macht’s möglich“ hat seine Gültigkeit weitgehend verloren. Das Internet hat unser Einkaufsverhalten verändert. Von Sonja Krell

Die alte Herrlichkeit der 1000 Seiten dicken und kiloschweren Versandhaus-Kataloge ist dahin. Und selbst der legendäre Werbespruch „Neckermann macht’s möglich“ hat seine Gültigkeit weitgehend verloren. Das Internet hat unser Einkaufsverhalten verändert. Wer heute bestellt, stöbert kaum noch in dicken Wälzern, sondern klickt sich durch Online-Shops. Das geht schneller, die Auswahl ist größer, die Mode aktueller.
Der Kurswechsel, den die Nummer drei der deutschen Versandhändler hin zum reinen Online-Händler vollzieht, ist überfällig. Das Unternehmen hat sich zwar als einer der Pioniere 1995 ins Internet gewagt, die Ausrichtung auf den Online-Handel aber nicht konsequent genug verfolgt. Allzu lange wurde am schrumpfenden Kataloggeschäft festgehalten. Die Druckkosten der dicken Bücher, die zweimal im Jahr Tausende Waren anbieten, gehen in die Millionen. Das bindet Ressourcen, die selbst die boomende Online-Sparte nicht wettmachen konnte. Auch andere Anbieter wie Otto sind unter Druck geraten. Doch während die Hamburger nun mit einer Restrukturierung beginnen, dürfte es bei Neckermann um die Existenz gehen.
Ausbaden müssen das Missmanagement nun fast 1400 Mitarbeiter. Für sie ist das eine Katastrophe, für das Traditionsunternehmen wohl die einzige Chance auf einem Markt, der zunehmend von Internetriesen wie Amazon beherrscht wird.
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