Das Aus für Iveco in Ulm ist tragisch für alle, die ihren Job verlieren, letztlich aber kaum überraschend. Von Oliver Helmstädter

Das Aus für Iveco in Ulm ist tragisch für alle, die ihren Job verlieren, letztlich aber kaum überraschend. Wenn zwei Fabriken, die das Gleiche produzieren, mehr oder weniger seit drei Jahren Kurzarbeit fahren, liegt eine Zusammenlegung auf der Hand. Ärgerlich aus regionaler Sicht ist nur, dass es Ulm und nicht Madrid traf.
Aus europäischer Sicht ist es allerdings gerecht: Denn während Spanien noch mitten in der Krise steckt, die Arbeitslosenzahlen erschreckende Höhen erreichen, herrscht in der Region Ulm/Neu-Ulm nahezu Vollbeschäftigung. Klar, Härtefälle wird es geben, ein 50-Jähriger, der sein ganzes Leben für Iveco arbeitete, wird trotz Fachkräftemangel nicht so leicht einen neuen Job finden. Doch unterm Strich hat der Standort Ulm vielleicht sogar noch Glück gehabt: Denn – sollte Iveco auch wirklich getreu den eigenen Ankündigungen handeln – das Zentrum für Forschung und Entwicklung bleibt Ulm erhalten. Hochwertige Arbeitsplätze und das Know-how der Entwicklung von Lkw bleibt also in der Region. Auch dass der Weltmarktführer in Sachen Brandschutz in Ulm künftig ein Kompetenzzentrum etablieren will, ist der erfreuliche Aspekt einer schlechten Nachricht. Denn der Brandschutz wird immer ein Nischensegment im Fahrzeugbau bleiben. Ein einmal etabliertes Kompetenzzentrum dürfte so schnell keine Konkurrenz bekommen.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren