Der Imageschaden für das mehr als 20 Jahre währende Hauptstadtprojekt ist immens. Das hat sich das Flughafenmanagement selbst zuzuschreiben. Von Sonja Krell

Es gibt nichts zu beschönigen: Dass die Betreibergesellschaft die Notbremse zieht und in letzter Minute den Start des Berliner Großflughafens verschieben muss, ist eine Blamage. Zum einen zeugt es von Missmanagement, wenn der Brandschutz vier Wochen vor Eröffnung nicht durch den TÜV kommt – zumal die Prüfer nicht einmal einen Termin hatten, um die Anlagen abzunehmen. Zum anderen kann es nur als Planungsdebakel gewertet werden, wenn erst im Probebetrieb klar wird, dass die Abfertigungsschalter nicht reichen – und schon jetzt Behelfsbauten hochgezogen werden müssen.
Der Imageschaden für das mehr als 20 Jahre währende Hauptstadtprojekt ist immens. Das hat sich das Flughafenmanagement selbst zuzuschreiben. Auf Schwachstellen wurde monatelang nicht reagiert, über den nicht haltbaren Starttermin erst kurz vor knapp informiert. Verlässliche Informationspolitik sieht anders aus. Das zeigt auch die Tatsache, dass ein neuer Eröffnungstermin bislang nur vage genannt wurde.
Gleichwohl hat die Sicherheit der Passagiere Vorrang. Die nötigen Schutzmaßnahmen müssen funktionieren. Daher haben die Verantwortlichen letztlich richtig reagiert. Käme es zu einem Großbrand wie 1996 in Düsseldorf, wäre das Fiasko für Berlin ungleich größer.
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