Eine kommerzielle Monopolisierung von Nutzpflanzen und Nutztieren kommt einem Anschlag auf die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit gleich. Da muss Europa die Bremse ziehen. Von Detlef Drewes

Der Kampf um natürliche Nahrungsmittel für alle nimmt immer dramatischere Formen an. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die Spekulation, die sich innerhalb weniger Jahre von neun Milliarden Euro im Jahr auf 99 Milliarden erhöht hat. Die Konzerne versuchen darüber hinaus, sich über Patente das Monopol auf bestimmte Produkte zu sichern, die sie dann anschließend mit horrenden Preisaufschlägen verkaufen.
Auch wenn der europäische Markt bislang von solchen Erzeugnissen nicht so überrollt wird wie beispielsweise der amerikanische, so geht es doch darum, rechtzeitig den Anfängen zu wehren. Das Europäische Parlament hat deshalb mit Recht vor einer schleichenden Aufweichung der geltenden Richtlinie zum Schutz von wesentlichen biologischen Verfahren gewarnt. Es kann nicht sein, dass aus Gemüse und Nutzpflanzen – ja sogar Tieren – urheberrechtlich geschützte Produkte werden, an deren Lizenzierung Großkonzerne Milliarden verdienen. Eine kommerzielle Monopolisierung von Nutzpflanzen und Nutztieren kommt einem Anschlag auf die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit gleich. Da muss Europa die Bremse ziehen.
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