Ex-Minister Guttenberg meldet sich in der Öffentlichkeit zurück. Doch sein Spektakel nährt die Zweifel, ob er wirklich reif für eine seriöse Rückkehr ist. Kommentar von Michael Pohl

Nur kurze acht Monate hielt der einstige Lieblingspolitiker der Deutschen nach seinem Sturz die Abstinenz von der Politik aus. Nun meldet sich Karl-Theodor zu Guttenberg wieder mit jener Art sorgsam geplanter Inszenierung zurück, wie man sie aus seiner glitzernden Ministerzeit kennt.
Erster Akt: ein bemüht staatsmännischer Auftritt in Kanada als Außenpolitiker. Zweiter Akt: Die Staatsanwaltschaft stellt ihr Verfahren ein – just einen Tag vor den ersten Veröffentlichungen aus Guttenbergs Rechtfertigungsschrift „Vorerst gescheitert“. Spätestens das Einbetten der Justiz hinterlässt bei dem Medienschauspiel einen schalen Nachgeschmack, wie schon bei manchen Selbstdarstellungen zu Guttenbergs Ministerzeiten. Für sich genommen ist die Geldbuße weder glimpflich noch überhart.
Das Publikum darf nun gespannt auf den nächsten Akt warten: Ob der 39-Jährige in seinem Buch die Wahrheit verrät über das Zustandekommen seiner Doktorarbeit. Ob er wirklich geläutert aus der Krise kommt. Oder ob er doch der Alte ist, der alle Vorwürfe so lange geleugnet hat, bis sie ihm eine Meute enttäuschter Studenten im Internet haarklein nachgewiesen hat.
Doch Guttenbergs Spektakel nährt die Zweifel, ob er wirklich reif für eine seriöse Rückkehr ist.
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