Die Liste der Agrar-Millionäre eignet sich nicht für Neiddebatten. Ohne die Subventionen aus Brüssel könnten die großen und kleinen bäuerlichen Betriebe nicht das anbieten, was sie produzieren: Lebensmittel mit hoher Qualität, hergestellt unter zahlreichen Auflagen. Diese werden in den kommenden Jahren weiter verschärft. Monokulturen darf es dann nicht mehr geben. Und wer sich auf Landschaftserhaltung statt Anbau verlegt, wer zusätzlich ressourcenschonend wirtschaftet, kann weitere Finanzmittel in Anspruch nehmen. Die bisher oft kritisierte Schieflage zwischen der millionenschweren Förderung von Agrarkonzernen und Familienbetrieben wird mit der Reform begradigt.
Deutschland hat dazu ohnehin schon einen wegweisenden Beitrag geleistet. Mit der einheitlichen Flächenprämie je Hektar und mit der Beseitigung von regionalen Unterschieden wurde ein Modell für Europa geschaffen, an dem sich Brüssel bei der anstehenden Reform orientieren wird. Dass die Landwirte trotzdem leiden, hat wenig mit den Subventionen von der EU oder deren ungerechter Verteilung zu tun. Sie stöhnen zu Recht unter niedrigen Verbraucherpreisen und dem Druck der großen Einzelhandelsketten.