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Deutschlands Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik kann viel von Frankreich lernen. Kommentar von Harald Jung

Das europäische Luftfahrtzentrum in Manching war ein Wunsch der Politik. Deshalb mussten Hunderte Ingenieure ihre Arbeitsplätze (unter anderem in Ottobrunn) aufgeben und sich verändern. Nur gut drei Jahre später sehen sich jetzt Konzern und Mitarbeiter von der Politik im Stich gelassen. Die Bundesregierung lässt Cassidian mit einem Restauftrag für den Eurofighter zappeln. Und was das nun geplatzte Geschäft mit Indien betrifft, glänzte Merkels französischer Kollege Nicolas Sarkozy dort wohl mit der besseren Verkaufsstrategie. Er hat den Auftrag über 7,4 Milliarden Euro so gut wie in der Tasche.
Wenn es um Rüstung geht, greifen industrie- und beschäftigungspolitische Aspekte in Berlin kaum noch. Deshalb sind die 40000 Arbeitsplätze heute und auch die von morgen gefährdet. Ohne Aufträge kein Gewinn und damit keine Mittel für die Forschung – Deutschland verliert an Kompetenz und muss für die Bundeswehr wohl bald schon im Ausland einkaufen. Wertschöpfung wird ausgelagert. Deutschlands Verteidigungs- und Wirtschaftspolitik kann hier viel von Frankreich lernen.
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