Der Sparkurs der Lufthansa soll vor allem auf dem Rücken der Mitarbeiter durchgeführt werden. Das ist eine unfaire und allzu einseitige Lösung. Kommentar von Daniela Hungbaur

Die Lage ist bedrohlich. Mit diesen Worten kündigte der Aufsichtsratschef der Lufthansa, Jürgen Weber, neue Hiobsbotschaften bereits an. Gestern nun platzte die Bombe: Deutschlands größte Airline will 3500 Stellen streichen – davon 2500 in Deutschland. Der Sparkurs soll also doch vor allem auf dem Rücken der Mitarbeiter durchgeführt werden. Das ist eine unfaire und allzu einseitige Lösung, zumal die Führungsspitze eine glaubwürdige Zukunftsstrategie weiter vermissen lässt. Denn wohin fliegt der Kranich? Will die Lufthansa als Premiummarke mit Qualität überzeugen oder will sie als günstiger Anbieter punkten?
Sicher, die Lage ist schwierig. Die Konkurrenz wird schärfer. Die Lufthansa befindet sich im Zangengriff: Auf der einen Seite die wachsende Billig-Konkurrenz in Europa, auf der anderen Seite die arabischen Airlines, die gerade auf Langstrecken nach Asien erfolgreich sind. Kein Argument sind steigende Ölpreise. Mit ihnen kämpfen alle Fluggesellschaften. Der Millionenverlust verlangt daher ein langfristiges, verlässliches Konzept, das Sparmaßnahmen nicht ausschließt. Mit dem Zickzackkurs der jüngsten Zeit droht der Lufthansa dagegen auch noch ein Imageschaden, der die Airline tiefer in die Verlustzone fliegen lassen könnte.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.
Artikel kommentieren