Seit Sonntag streiken sie, die Mitarbeiter der Metall- und Elektroindustrie. Bisher sind es nur einige Betriebe, nur ein paar Stunden. Es ist das Trommeln, das zu jeder Tarifrunde gehört. 6,5 Prozent mehr will die IG Metall, deutlich weniger sind die Arbeitgeber bereit zu geben. So weit die Parteien auseinanderliegen, so klar zeichnet sich doch ab, dass für die Beschäftigten ein anständiges Lohnplus herausspringen wird. Am Ende dürfte eine Zahl stehen, die über den drei Prozent des Öffentlichen Dienstes liegt. Das ist gut so. Firmen wie Audi, BMW, Bosch und Siemens geht es besser denn je. Davon müssen – nach Jahren der Lohnzurückhaltung – auch die Mitarbeiter profitieren.
Der Knackpunkt dürfte aber anderswo liegen. Die Gewerkschaft fordert mehr Mitsprache beim Einsatz von Leiharbeitern. Völlig zu Recht. Freilich sind die Rahmenbedingungen, unter denen Zeitarbeiter beschäftigt werden, nicht in allen Firmen gleich. Und natürlich würde eine Mitbestimmung die Handlungsfreiheit der Firmen beschränken. Klar ist aber auch: Das Instrument wird von manchen Arbeitgebern längst missbraucht, um reguläre Beschäftigung zu ersetzen. Wenn Belegschaften zu 40 Prozent aus Leiharbeitern bestehen, ist es Zeit zu handeln.