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26. März 2009 15:57 Uhr

Chronik

Kurze Geschichte der Illertisser Zeitung

Seit 60 Jahren liefert die Illertisser Zeitung ihren Lesern täglich das Neueste aus ihrer Region. Gute Geschichten und Nachrichten fanden aber bereits lange vorher ihre Leserschaft. Von Bernhard Junginger

Seit 60 Jahren liefert die Illertisser Zeitung ihren Lesern täglich das Neueste aus den Städten Illertissen und Vöhringen, den Gemeinden Altenstadt, Bellenberg, Buch, Kellmünz, Oberroth, Osterberg und Unterroth ¬sowie der Verwaltungsgemeinschaft Babenhausen. Die Region ist geprägt von einer umtriebigen Wirtschaft. Der ¬Pharma-Riese Pfizer und die Chemiefirma Cognis betreiben große Werke. Größter Arbeitgeber der Region ist die ¬Metallfirma Wieland in Vöhringen. Das Kulturleben blüht dank Akteuren wie der Theaterbühne Podium 70 und dem Freundeskreis Kultur im Schloss. Und seit Jahrzehnten ist es für die Menschen in der Region eine ¬Herzensangelegenheit, unser Leserhilfswerk "Kartei der Not" mit zahlreichen Aktionen zu unterstützen. Auflage 10 000.



Der Lithograf und Buchdrucker Kober eröffnet in Illertissen eine Buchdruckerei und bringt noch im selben Jahr die erste Ausgabe des Iller-, Roth und Günzboten heraus. Im Volksmund wird das Blatt bald Illerbote genannt.

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Donatus Egger übernimmt den Zeitungsverlag und die Druckerei von Kober.
1906 Verleger Egger stirbt. Nachfolger ist sein Neffe Ludwig Kassenetter (1885 - 1945).



Kassenetter verkauft Verlag und Buchdruckerei für 170000 Mark - eine schon inflationsbedingte Summe. Neuer Besitzer wird der "Bayerische Bauernbund", (ab 1922 "Bayerischer Bauern- und Mittelstandsbund), der damals im Bezirk Illertissen eine große Anhängerschaft hat. Fortan wurden der Iller-, Roth- und Günzbote sowie der Babenhauser Anzeiger als Presseorgane der Partei herausgegeben, welche die Interessen der ländlichen Bevölkerung im bayerischen Landtag und im deutschen Reichstag vertreten. Die Münchner Zentrale der liberal und nicht-klerikal ausgerichteten Partei setzt in Illertissen August Schwingenstein, der nach dem Zweiten Weltkrieg Mitherausgeber der Süddeutschen Zeitung wird, als Redakteur ein.



Schwingenstein ist in seiner Linie einigen Illertissern zu linksliberal. Es kommt zu einer zweiten Zeitungsgründung. Die konservative Bayerische Volkspartei (BVP) bringt unter dem Titel Illertisser Volkszeitung ein eigenes, täglich erscheinendes Parteiblatt raus.


Schon vor der nationalsozialistischen Machtergreifung erhält der Iller-, Roth- und Günzbote neue Konkurrenz durch das NSDAP-Organ Schwäbischer Beobachter. Illergau Zeitung (Jos. Feiner & Co) muss an den Verlag des nationalsozialistischen Allgäuer Beobachter verkauft werden



Hans Sittler ist neuer Besitzer des Iller-, Roth- und Günzboten. Er gibt die Zeitung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs heraus. Der Illerbote wird zum Blatt nationalsozialistischer Propaganda und antisemitischer Hetze. Noch 1945 verbreitet er Durchhalteparolen und Erfolgsmeldungen von allen Fronten. Mit dem Einmarsch der amerikanischen Besatzungstruppen wird seine Herausgabe eingestellt.



Nach drei zeitungsfreien Jahren erscheint die Illertisser Zeitung als Heimatausgabe der Schwäbischen Landeszeitung. Verlagsgeschäftsstelle und Redaktion befinden sich gegenüber des Rathauses im "Gasthof Krone".


Nach vierjähriger Unterbrechung erscheint auch der Iller-Roth- und Günzbote wieder. Hans Sittler 1947 gestorben war. Sein Schwiegersohn Edwin Federmann übernimmt den Verlag. Doch schon nach zwei Monaten muss das Blatt sein Erscheinen wieder einstellen - zu hoch waren die Herstellungskosten, zu stark bereits die Konkurrenz der Illertisser Zeitung. Curt Frenzel verlegt die Verlagesgeschäftsstelle der Illertisser Zeitung in die Buchdruckerei Sittler & Federmann. Durch einen Gesellschaftsvertrag wird Federmann Verleger und Mitherausgeber des Blattes.



Die Illertisser Zeitung bringt erstmals den Wochenanzeiger heraus, der als Extra bis heute als wöchentliches Anzeigenblatt erscheint.



Die Ära Federmann endet, der seine Anteile verkauft. Seither gehört die Illertisser Zeitung vollständig zur Augsburger Allgemeinen.


Am Marktplatz 11, an der Stelle der alten Buchdruckerei, entsteht das Gebäude, das bis heute Redaktion, Anzeigenabteilung und Medienservicezentrum beherbergt.

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