Allein die Wasserschule zog 2011 rund 2600 Besucher an. Zusammenarbeit mit Schulen und der Forschung

Salgen Zahlreiche Besucher, viele Veranstaltungen und fachliche Anforderungen – auch 2011 war für den Schwäbischen Fischereihof und die Fischereifachberatung des Bezirks Schwaben nach eigenen Angaben ein arbeitsreiches Jahr. „Salgen ist für den Bezirk ein Aushängeschild, hier vermitteln wir einer breiten Öffentlichkeit den kompetenten Umgang mit einer der wichtigsten Naturressourcen, den Gewässern“, betont Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert.
Seit Oktober 2010 wird der Fischereihof durch eine Wasserschule ergänzt – allein diese zog 2011 rund 2600 Besucher an. „Ein gelungener Start“, resümiert der Fischereifachberater des Bezirks Dr. Oliver Born. Neben Projekttagen für Schulen gab es erstmals einen mehrtägigen Workshop mit Zeltlager für 100 Jugendliche, die dort viel über das Leben und die Lebensräume am und im Gewässer lernten.
Ende 2011 konnte das neue Bruthaus – knapp ein Jahr zuvor war das vorherige Gebäude abgebrannt – im Probebetrieb getestet werden. Born zeigt sich erleichtert, dass bestandsbedrohte Fischarten wieder erbrütet werden können.
Auch mit der Forschung arbeitete der Fischereihof intensiv zusammen, so zum Beispiel mit der TU München zu den Themen Gewässerrenaturierungen und Wasserkraftanlagen. Drei Bachelorarbeiten der Hochschule Weihenstephan/Triesdorf befassten sich mit gewässerspezifischen Themen an Mindel, Donau und Lech. Eine Delegation der tschechischen Universität Budweis besuchte den Fischereihof.
Es gab 2011 zahlreiche Informationsveranstaltungen, beispielsweise zur Wasserrahmenrichtlinie oder im Bereich ökologischen Wasserbaus. In einem mehrtägigen Ausbildungskurs des Fischereiverbands wurden angehende Fischereiaufseher geschult. Darüber hinaus hielten die Mitarbeiter zahlreiche Vorträge in Bayern und auf internationalen Symposien.
Die Fischereifachberatung ist Mitglied in der Arbeitsgruppe zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit von Gewässern des Landesamts für Umwelt (LfU) und kann so ihre Anliegen beim Thema Wasserkraft einbringen. „Die Möglichkeit aus dem Erneuerbare-Energie-Gesetz, über eine ökologische Verbesserung an Wasserkraftwerken eine erhöhte Einspeisevergütung zu erhalten, führte zu einer Flut von Anträgen“, betont Born. Es sei jeweils möglich gewesen, einen Kompromiss zwischen Gewässerschutz und Nutzungsinteressen zu finden.
Zudem erhob die Fachberatung flächendeckend die Fischbestände in Schwabens Fließgewässern. Ein Ziel war, den Erhaltungszustand von Fischarten, die in nach Europarecht besonders geschützten Gebieten vorkommen, zu beurteilen. Die gewonnenen Daten trugen zu den Managementplänen der Schutzgebiete an Iller, Lech, Östliche Günz und Wörnitz bei. Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt der Fachberatung war die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie. Mithilfe der Erkenntnisse wurden auch Maßnahmen vorgeschlagen, die dazu beitragen, dass der „gute ökologische Zustand“ erhalten beziehungsweise wiederhergestellt werden kann, so Born.
Die Fachberatung ist zudem Mitglied der bayerischen Kormoran-Arbeitsgruppe des LfU. Der anhaltend hohe Fraßdruck durch Kormorane war auch 2011 ein drängendes Thema. Um Abhilfe zu schaffen, wurden in nahezu allen größeren schwäbischen Gewässern Allgemeinverfügungen erlassen, die die Jagd auf die Kormorane erleichtern. Zwei Kormoranbeauftragte in Bayern wurden eingesetzt. Als Modellgebiet für die Fließgewässer werden in dem bayernweiten Projekt die Mindel und die Schmutter herangezogen. (mz)
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