Sonntag, 23. November 2014

03. Mai 2011 14:00 Uhr

Milchwirtschaft

Bad Wörishofen: Allgäuland zapft Geldquellen an

Die Zukunft der Milchwerke bleibt unklar. Der Schuldenberg könnte rasant sinken, wenn die Bauern mitziehen.

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Bad Wörishofen Die Zukunft der Milchwerke Bad Wörishofen ist weiter unklar. Die Allgäuland-Käsereien GmbH (Wangen) will den Produktionsstandort verkaufen. Die Milchmenge ist stark gesunken, außerdem wird der in Bad Wörishofen produzierte Emmentaler für den Massenmarkt im neuen Konzept nicht mehr gebraucht. Doch bislang hat sich kein Käufer gefunden.

Allgäuland-Geschäftsfüher Paul Ritter sagte gestern bei einer Pressekonferenz am Allgäu Airport Memmingerberg, er stehe in Verhandlungen mit zwei ernsthaften Interessenten. Beide wollten die Milchwerke Bad Wörishofen mit der bisherigen Mannschaftsstärke von etwa 50 Mitarbeitern fortführen. Wer diese Interessenten sind, sagte Ritter aber nicht. Auch Josef Nadler, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft Milchwerke Bad Wörishofen, hielt sich bedeckt. „Derzeit wird das ausgelotet“, sagte er nur. Nadler ist auch Vize-Aufsichtsratschef der Allgäuland-Käsereien. Er habe aber festgestellt, dass die Bauern sehr an den Milchwerken Bad Wörishofen hängen. „Das ist schon anders als beispielsweise bei den Stadtbauern“, sagte Nadler. Und den Bauern kommt bei dem geplanten Verkauf ja eine entscheidende Rolle zu, denn die Milchmenge soll gemeinsam mit dem Werk verkauft werden. Ziehen die Bauern nicht mit, werde es schwierig, hatte Allgäuland-Aufsichtsratschef Kuno Rumpel damals gesagt.

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Noch 380 Bauern von einst 600 beliefern die Milchwerke

Rund 380 Bauern beliefern die Milchwerke noch, sagte Nadler. Einst waren es um die 600. Die Landwirte haben in den vergangenen Monaten in Scharen gekündigt. Der Milchpreis war ihnen zu niedrig, die Angebote der Konkurrenz verlockend. Nadler hofft, dass sich die verbliebenen Bauern in den jetzt anstehenden Sprengelversammlungen überzeugen lassen, zu bleiben. Es sind nicht die einzigen Versammlungen, die Nadler in den nächsten Wochen besuchen wird. Dass ihm dabei Gegenwind droht, weiß er. Die Bauern nennen die Dinge beim Namen. Nadler muss überzeugen. Genauso wie Geschäftsführer Ritter. „Wir brauchen 250 Kilogramm Milch pro Jahr, um unser Konzept umsetzen zu können“, sagte Ritter in Memmingerberg. Heuer (340 Millionen Kilo) und im nächsten Jahr ist diese Menge noch gesichert. 2013 wird das schon schwierig. Ritter rechnet derzeit mit 170 Millionen Kilogramm. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 hat Allgäuland noch 589 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet.

Die Schrumpfkur und die Qualitätsoffensive Ritters sollen dem einstigen Massenproduzenden den Erfolg im lukrativen Markt für Premiumprodukte sichern. Allerdings müssen die Bauern dem Konzept zustimmen, denn es sieht die Fusion der sechs Liefergenossenschaften zu einer Großgenossenschaft vor. Im Juni soll die Entscheidung in sechs Generalversammlungen fallen. Davon hängt ab, ob die Banken ihren Forderungsverzicht von 35 Millionen Euro aufrecht erhalten. Die Zusage stehe mittlerweile, verkündete Ritter gestern. Und nur so kann Allgäuland die drückende Schuldenlast von rund 70 Millionen Euro verringern. Auch das machte Ritter klar. Bauern, die ihre Lieferverträge kündigen, verlieren ihre Genossenschaftseinlagen, auch das steht jetzt fest. Bauern, die bleiben, könnten im Gegenzug den Wert ihrer Anteile vermehren, wenn Allgäuland wieder gute Geschäfte macht. „Es findet eine echte Entschuldung statt“, machte Ritter klar. Die Genossenschaft bleibe selbstbestimmt und das Risiko einer Insolvenz des Unternehmens könne vermieden werden. Wenn die Bauern zustimmen. Verbunden mit der Fusion sind eine neue Satzung und ein neuer Milchliefervertrag. Dieser sieht unter anderem eine kürzere Kündigungsfrist von einem Jahr vor. Allerdings müssen die Bauern Allgäuland auf jeden Fall bis 2013 die Treue halten. Kündigungen können erstmals zum 31. Dezember 2014 wirksam werden, erläuterte Ritter. „Die Chancen sind da, ich hoffe dass die Landwirte mitziehen“, sagte Vize-Aufsichtsratschef Nadler. Am Milchpreis soll es nicht mehr liegen. „Wir sind da jetzt bei den Leuten“, sagte Ritter, zahle also wieder einen wettbewerbsfähigen Preis von 34 Cent pro Kilo bei 4,2 Prozent Fett und 3,4 Prozent Eiweiß. »Wirtschaft Seite 18

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