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10. Dezember 2007 19:30 Uhr

Bessere Bildung als wichtige Hilfe

Dass bei schweren Krankheiten auch Spenderorgane zum Einsatz kommen, sehen immer mehr Menschen als Selbstverständlichkeit an. Woher diese Organe kommen? Wird schon alles richtig sein? In Italien jedenfalls hat hier offensichtlich auch die Mafia ihre Hand im Spiel, wie aus einem Bericht des Mindelheimer Albanien-Freundeskreises hervorgeht. Von Ulrich Renelt

Von Ulrich Renelt

Mindelheim - Dass bei schweren Krankheiten auch Spenderorgane zum Einsatz kommen, sehen immer mehr Menschen als Selbstverständlichkeit an. Woher diese Organe kommen? Wird schon alles richtig sein, und ist ja nicht so wichtig - oder vielleicht doch? In Italien jedenfalls hat hier offensichtlich auch die Mafia ihre Hand im Spiel, wie aus einem Bericht des Mindelheimer Albanien-Freundeskreises hervorgeht.

Eines Abends klingelt es bei der Missionsstation, die von Franziskanerinnen in Fushe-Arrez (Albanien) errichtet wurde. Ein Polizist stellt den Klosterfrauen ein hochschwangeres Mädchen vor mit der Bitte, die junge Frau aufzunehmen, da sie zuhause von ihrem Vater höchstwahrscheinlich erschlagen würde. Schwester Gratias Ruf, eine Mindelheimerin, kennt den Polizeibeamten und auch das Mädchen, das nicht weit weg von der Missionsstation wohnt, in einer Höhle ohne Licht und Wasser. Es wird aufgenommen. Bereits nach zwei Tagen meldet sich das Baby; die Geburt erfolgt im Krankenhaus Puke. Mutter und Kind werden dann wieder in der Missionsstation aufgenommen, da das einzige für solche Fälle existierende Haus in Tirana gerade keinen freien Platz hat.

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Den Klosterfrauen fällt auf, dass sich immer wieder ein angeblicher Verwandter meldet und wissen will, wie es Mutter und Kind geht. Und schließlich erfahren die Franziskanerinnen, dass dieser "Onkel" in Italien die Mutter in die Prostitution und das Kind für Organspenden verkaufen will. Das gelingt ihm diesmal zwar nicht; doch den Klosterfrauen wird klar, dass diese entsetzliche Tradition immer noch in Albanien praktiziert wird.

Das konnte in diesem Fall verhindert werden. Doch die junge Mama wird nun durch ihre Familie zwangsverheiratet. Ihr Kind kann sie nicht behalten und gibt es zur Adoption frei. Es bekommt Adoptiveltern in Deutschland.

Was tun, um diese in den meisten Ländern Europas unvorstellbaren Lebensbedingungen - vor allem für Mädchen und Frauen - zu verbessern? Wichtig wäre, das Bildungsniveau anzuheben, möglichst durch ein Studium, meint Schwester Gratias. Denn nur so haben die jungen Leute in ihrem Land eine Perspektive. Deshalb will der Albanienfreundeskreis Mindelheim Patenschaften übernehmen, was 40 bis 45 Euro für neun Monate kosten würde.

Spenden erwünscht: Das Spendenkoto bei der GenobankUnterallgäu: Kto 04106849, BLZ 73160000. Auch wird wieder zugunsten der Missionsstation ein Kalender "Mindelheimer Originale" angeboten. Er ist für zwölf Euro im Pfarrbüro von St. Stephan zu bekommen.

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