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12. Oktober 2010 18:50 Uhr

Bewundernswerte Wunderwelt

Genau vor 100 Jahren war Dr. Hermann Braun der erste "Kreiswanderlehrer für Fischereiwesen in Schwaben". Er hatte die Aufgabe, Unterricht in den Schulen und Vorträge über Themen aus der Fischerei zu halten. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert berichtete beim Festakt zur Eröffnung der neuen "Wasserschule" im Fischereihof Salgen von der langen Tradition. Er sagte: "Heute wird ein entscheidender Schritt getan zur Entwicklung des Schwäbischen Fischereihofes in Salgen zum Kompetenzzentrum 'Lebensraum Wasser'." Aber was ist eigentlich eine Wasserschule? Was lernt man dort? Zum Beispiel, dass viele Bäche und Flüsse kanalisiert wurden und deshalb extrem strukturarm sind. Eine Reihe von Fischarten kann sich nicht mehr selbst fortpflanzen. Seeforelle, Äsche, Nase, Rutte oder Huchen werden in Salgen in einem Bruthaus gezüchtet, den Arten damit zu neuem Leben verholfen. Von Maria Schmid

Ein Großbrand im November 2009 zerstörte mehr als 200 000 Eier der Bachforelle. Es war eine Katastrophe. Doch nun sei es gelungen, unter der kompetenten Leitung von Dr. Oliver Born etwas Neues zu schaffen. Gemeinsam mit dem "Landesfischereiverband Bayern, dem Fischereiverband Schwaben, dem Landkreis Unterallgäu, dem Wasserwirtschaftsamt Kempten und der Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim" habe dieses großartige Projekt verwirklicht werden können, so Reichert. Eberhard Roese, Präsident vom Landesfischereiverband Bayern, sprach davon, dass schon die Einsicht der Baupläne ihn begeistert habe. Schließlich sei es um 500 000 Euro gegangen. Er bewunderte die Anlagen und sagte: "So etwas findet man in Bayern landauf und landab nicht. Ich wünsche mir, dass die Wasserschule regen Zulauf bekommt."

Franz Josef Schick, Präsident vom Fischereiverband Schwaben, betonte, schon Aristoteles habe gesagt: "Staunen ist der erste Blick auf Erkenntnis." Wer die Vielfalt des Lebens unter der Wasseroberfläche entdecke, könne "erkennen, dass dort ein wunderbarer Teil der Schöpfung ist, den wir nutzen dürfen." Aber gerade heute bedürfe er des Schutzes. Schick betonte: "Wir sind auch ein Naturschutzverband!"

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Dazu gehöre in besonderem Maße auch die Renaturierung der Bäche und Flüsse. Mit diesen Vorhaben und der neuen Anlage solle das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger geweckt werden. Es dürfe nicht noch der letzte Bergbach in Beton gelegt werden. Dabei bedankte er sich für die Zusammenarbeit und bei Dr. Born, der das alles bravourös gemeistert habe. Karl Schindele vom Wasserwirtschaftsamt Kempten führte dann die Gäste über das Gelände und zeigte dabei auch eine Strecke des renaturierten Teiles vom Weißbach. Auch Landrat Hans-Joachim Weirather war begeistert. Er sei von dem Projekt sofort überzeugt gewesen: "Wir wollen eine Botschaft hinaustragen. Alle gemeinsam tragen eine große Verantwortung für die Seen und Gewässer."

Staunen über die Vielfalt

An diesem "Tag der offenen Tür" kamen aber nicht nur die Honoratioren, sondern auch und vor allem hunderte interessierter Bürger. Sie staunten über die Vielfalt auf dem Fischereihof, besuchten das Aquarium, schauten unter die Wasseroberfläche im Teich und durch ein Mikroskop. Steckerlfisch & Co sorgten für das leibliche Wohl und alle Besucher lauschten der Musik der "schwäbischen Franzosamusik" vom Bezirk Schwaben aus Krumbach.

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