Donnerstag, 27. Juli 2017

22. April 2014 00:40 Uhr

Braustadl

Brillanter Alleinunterhalter

Der Präsident des Frankenfaschings Bernd Händel imitiert in Rammingen über 30 Promis problemlos Von Wilhelm Unfried

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Mit spitzer Zunge und fester Hand leitet Bernd Händel seit 2006 die Prunksitzungen des Frankenfaschings. Der Sitzungspräsident ist genauso bekannt wie seine prominenten Gäste aus der Politik oder die Büttenredner, die den Politikern ordentlich den Pelz waschen. Was wenige wissen, Bernd Händel ist auch ein begnadeter Alleinunterhalter.

Die Stimmen von über 30 Promis hat Händel in seinem Repertoire. Und so ist seine Zeitreise durch die Geschichte der Bundesrepublik an den wichtigsten Politikern aufgemacht. „Münte“, Genscher, Schröder, Kohl, Blüm und natürlich Angelika Merkel parlieren im Originalton und Original-Mimik miteinander.

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Die Gespräche mit lustigen Fragen und noch lustigeren Antworten entbehren aber nicht jeglicher Grundlage. Seehofer: „Kann ja sein, aber beweisen können sie mir gar nix!“ Oder Schröder: „Schön, wenn man die Frau fürs Leben findet, gut, wenn man noch eine andere hat.“ Oder das berühmte Kohl-Zitat: „Ich sag nichts mehr!“ Edmund Stoiber zitierte er als „den Mann in Brüssel für die schwarzen Nullen.“ Und natürlich durften auch Willy Brandt und Franz Josef Strauß nicht fehlen, der schnoddrig erklärt, vor seinem Tod der SPD beizutreten, damit dann ein „Roter“ sterbe.

Aber auch die Männer und Frauen aus der Welt des Films kamen nicht ungeschoren davon. Nach Harald Schmidt bezeichnen die Schweizer „Viagra als das Wunder von Bern“. Und bei der Parodie auf Otti Fischer glaubte man der Bulle von Tölz stehe wahrhaftig auf dem Parkett, wenn er in der bekannten Art seine „lieben Stammtischbrüder und -schwestern“ begrüßte.

Ein weiterer Höhepunkt war seine Rolle als Bodyguard Silvester Capone, der einen tiefen Einblick in das Milieu der italienischen Mafia bot. „Silvester Capone“ ist eine Mischung aus Bodyguard und Mafiosi. Alleine seine Vorstellung in gebrochenem Deutsch (Händel nun mit Melone, Sonnenbrille und Knarre) ist eine Zelebration: „Mein Name ist Silvester Capone, ich stamme aus der Pizzeria Contaminata Humore, meine Mutter ist die Seniora Nutti di Mare!“ Der Senior schenkt seinem zehnjährigen Sohn einen silbernen Colt, damit er einmal den Liebhaber seiner eventuell untreuen Ehefrau erschießen kann. Und so ging es munter weiter.

Einfach genial auch seine musische Einkaufstour selbst begleitend mit der Gitarre. Um den Kunden noch mehr Geld aus den Taschen zu locken, gibt es nach Händel in den verschiedenen Abteilungen in den Kaufhäusern die passenden Lieder:

Kosmetikabteilung: „Du kannst nicht immer 17 sein!“

Reisebüro: „Eine Reise um die Welt mit schwarzem Geld!“

Teppichabteilung: „Über sieben Brücken musst Du gehen!“

Klo-/Badeabteilung: „Ich glaub, es geht schon wieder los!

Durchsage bei der Kreuzfahrt im Frühjahrssturm: „Liebe Passagiere, sollen wir ihnen das Essen auf die Kabine bringen oder gleich über Bord werfen?“

Rund zwei Stunden trieb der adrette Franke das Publikum im Braustadel von einer Lachattacke zur anderen. Die Lachtränen kullerten nur so. Der Rekord bei den verbrauchten Taschentüchern soll bei vier Pack Tempos gelegen haben.

Gestohlen hat Bernd Händel seine humoristische Ader nicht. Er kam 1956 in „Nermberch“ zur Welt, vorbelastet durch seinen Vater. Der gründete Anfang der 60er Jahre mit Karl Vogt die legendäre Gruppe der „Zwei Nürnberger Peterlesbuam. Dieses Komiker-Duo verkörperte mit dem unvergessenen Herbert Hisel („Ja werkli“) über Jahre den fränkischen Humor. Bernd Händel stand übrigens mit sechs Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. 1988 machte der gelernte Kaufmann sein Hobby zum Beruf.

Bernd Händel verriet auch die Geheimnisse der Sternzeichen. So unter anderem, dass der Krebs ein Familienmensch sei. Beweis sei Seehofer, der gleich zwei Familien habe. Oder Schütze: „Das Chaos hat einen Namen“.

Und am Ende gab er noch ein großes Geheimnis preis: „Angela Merkel ist doch eine Frau, schließlich trägt sie einmal im Jahr in Bayreuth ein Kleid!“

Tscharlie Hemmer und seine Schwester Inge vom Braustadelteam hatten jedenfalls mit der Verpflichtung des humorvollen Franken einen Glücksgriff gemacht, was man schon daran sieht, dass die erste Vorstellung im Nu ausverkauft war und am Sonntag noch ein weiterer Auftritt angehängt werden musste. Und es wird sicher nicht der letzte gewesen sein.

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