Nach seiner Wiederwahl beschwört der Vorsitzende Klaus Holetschek das Miteinander in seiner Partei

Oberrieden Die Verordnung von Selbstbewusstsein kam von der vielleicht größten Autorität im Raum: „Es wird in der Gegend keine andere politische Organisation geben, die an einem Dienstagabend diesen Saal füllt“, sagte Franz Pschierer. Solche Mutmacher ruft der Finanzstaatssekretär seinen Parteifreunden regelmäßig zu. Schließlich steht im kommenden Jahr im Unterallgäu die Wahl des Landrats an. Ein bisschen Selbstbewusstsein kann da nicht schaden. Genauso wenig wie mannschaftliche Geschlossenheit.
Man habe „einen Schulterschluss gezeigt“, freute sich der CSU-Kreisvorsitzende Klaus Holetschek deshalb gestern auch. Bei der Wahl des Kreisvorstandes am Tag zuvor war er einstimmig im Amt bestätigt worden. Holetschek bedankte sich für das „großartige Vertrauen“, betonte aber sogleich, dass die CSU ihre Ziele nur erreichen könne, wenn ihre Mitglieder zusammenarbeiten. „Die Mannschaft ist entscheidend, nicht der Einzelne“, sagte Holetschek.
Auch sonst herrschte unter den 150 Delegierten, die zur Kreisvertreterversammlung ins Gasthaus zur Sonne nach Oberrieden gekommen waren, Kuschelstimmung. Da lobte Holetschek den Memminger Landtagsabgeordneten Josef Miller für seine Bürgernähe, attestierte der Frauenunion eine schwungvolle Politik und rühmte auch die Junge Union für ihre Arbeit. Die CSU demonstrierte an diesem Abend absolute Geschlossenheit. Da störte auch der Hinterbänkler nicht, der mehrfach insistierte, Mindelheims Bürgermeister Stephan Winter nicht im Vorstand sehen zu wollen.
Winter konnte an diesem Abend eine solche Schmähung sicherlich leicht verschmerzen. Denn nachdem ihm vor zwei Jahren noch ein Platz an der Spitze des Kreisverbandes verwehrt geblieben war, gehört er nun nicht nur dem erweiterten Vorstand an, er soll die CSU bei der Wirtschaftspolitik auch programmatisch neu ausrichten.
„Stephan Winter gehört in die Führungsriege der Unterallgäuer CSU“, sagte Holetschek generös, als sich seine Motivationsmaschinerie gerade warmgelaufen hatte. Anerkennende Worte wird es auch künftig brauchen, wenn Holetschek all das erreichen will, was er sich vorgenommen hat. Er fordert eine Vision für den Landkreis. „Es geht darum, wo wir im Jahr 2020 stehen wollen“, sagte er in seiner Ansprache. „Wir müssen Antworten auf die Fragen finden, die die Leute beschäftigten.“
Dabei geht es Holetschek vor allem um den Erhalt der beiden Kliniken, darum, das Unterallgäu als Wissenschaftsstandort zu stärken, um eine bessere Anbindung an die Fachhochschule Kempten, um die Energiewende im Landkreis – und natürlich auch um die Wahl des Landrats 2012. Denn auch den Wahlkampf muss der Vorstand organisieren.
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