Mindelheim Fast 200 Auszubildende haben es geschafft: Sie haben die Lehrzeit erfolgreich abgeschlossen – und damit „den Einstieg in ihre Berufskarriere geschafft“, wie Reinhard Vetter, der Rektor der Berufsschule Mindelheim bei der Zeugnisvergabe sagte.
Dazu begrüßte er neben den Absolventen und zahlreichen Ehrengästen insbesondere den ehemaligen Schüler Ulrich Heinle. Er hat erst im vergangenen Jahr selbst sein Abschlusszeugnis entgegengenommen und seither einiges erreicht: Der junge Mann, der bei der Firma Wiedemann und Reichhardt in Altenmünster ausgebildet wurde, hat es vom Innungs- und Kammersieger bis zum Bundessieger im Bereich „Metallbauer-Nutzfahrzeugbau“ gebracht. Weil das nicht jedem gelingen könne, riet Vetter: „Freut euch am Erfolg des Augenblicks.“ Mit der Berufsausbildung gehe eine wichtige Etappe des Lebensweges zu Ende. „Aber längst nicht die letzte. Seid wach, schaut euch um“, forderte er die Absolventen auf.
In eine ähnliche Richtung zielte Gottfried Voigt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim. In seiner gewohnt spritzigen Ansprache streifte er Themen wie lebenslanges Lernen („Ihr wisst alle selbst: Wer nichts weiter lernt, wird nichts weiter werden.“), ehrenamtliches Engagement und soziale Netzwerke. Abschließend wünschte er den jungen Erwachsenen „einen Beruf, der Freude macht und einen Lebensweg, der Sie erfüllt“.
Landrat Hans-Joachim Weirather schloss sich diesen Glückwünschen an und fügte noch einen weiteren hinzu: „Ich würde mich freuen, wenn Ihre Zukunft hier in der Region stattfinden würde“, sagte er und verwies darauf, dass das Thema „Bildung“ im Landkreis und seinen Gremien wichtig sei und auch künftig bleibe. Mit Blick auf die Generalsanierung der Berufsschule könne man aber sagen: „Wir als Sachaufwandsträger haben unsere Hausaufgaben gemacht.“
Dass dies offenbar auch für die Absolventen galt, würdigte auch Mindelheims stellvertretender Bürgermeister Herbert Kugler. Er sprach den Absolventen seine Hochachtung aus, erinnerte aber auch daran, dass für eine erfolgreiche Gesellenprüfung auch engagierte Lehrer und Ausbilder nötig seien. Zudem versprach er, dass sich die Stadt bei einer Lösung der Parkplatzproblematik einbringen wolle.
Petra Förg von der IHK Schwaben appellierte schließlich an die Absolventen, sich nicht wie dressierte Flöhe zu verhalten, die in einer geschlossenen Kiste allmählich verlernen hoch zu springen und sich mit wenigen Zentimetern zufrieden geben. Stattdessen sollten die jungen Gesellen ihre Fähigkeiten ausleben und es wagen, sich auszuprobieren. Es gelte, eine persönliche Note zu finden. „Es kommt nicht nur darauf an, besser zu sein als die anderen, sondern auch darauf, anders zu sein als die anderen“, gab sie ihnen mit auf den Weg.
Dass auch diejenigen nicht vergessen sind, die den Abschluss nicht im ersten Anlauf geschafft haben, bewies Thomas Weigl als Vertreter der Schüler in seinen Abschiedsworten. Er wünschte ihnen die Kraft, die Prüfungen noch einmal anzupacken und ihnen sowie allen Absolventen „viel Glück in der Zukunft“. Die Band „Voice & Passion“, die bei der Feier wieder stimmungsvoll den Ton angegeben hatte, griff diesen Wunsch in ihrem Abschlussstück auf. Sein Titel lautete passenderweise „Endorphine“.