Donnerstag, 29. Juni 2017

10. Februar 2010 17:55 Uhr

Das Erinnern nicht vergessen

Holocaust-Gedenktag? Gibt es in Deutschland bestimmt schon seit Jahrzehnten, werden jetzt die meisten sagen. Das stimmt aber nicht, denn erst 1996 wurde an diesem internationalen Gedenktag auch ein nationaler Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus eingeführt. K!ar.Texterin Anja Worschech war anlässlich dieses Tages mit ihrer Schulklasse des Joseph-Bernhart-Gymnasiums Türkheim in der KZ-Gedenkstätte Dachau. Ein Besuch, der Anja sehr bewegt hat.

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Das Erinnern nicht vergessen
Foto: ALFA

Unterallgäu/Dachau Die Bedeutung des Holocaust-Gedenktages am 27. Januar geht in der Gesellschaft immer weiter verloren. Dabei steht dieser Tag für die Befreiung des Vernichtungslagers Ausschwitz-Birkenau 1945 durch amerikanische Soldaten. Dieses Konzentrationslager gilt als Symbol für den Massenmord an Menschen, besonders jedoch an Juden durch das nationalistische Regime. Somit erinnert dieser Tag an die schrecklichsten Verbrechen der deutschen Geschichte und lässt an die Millionen Opfer gedenken, die völlig entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.

Da jede Generation, auch unsere, dazu beitragen kann, dass diese schrecklichen Verbrechen an Menschen nicht in Vergessenheit geraten, sollte dieses Thema in der Gesellschaft nicht untergehen. "Dieser Gedenktag ist sehr wichtig, um die Opfer in Erinnerung zu behalten und um so etwas in der weiteren Geschichte zu verhindern", sagt der Schüler Ricardo Stengel. Iris Steil pflichtet bei: "Das ist ein schreckliches Kapitel deutscher Geschichte, das sich nie mehr wiederholen soll." Deshalb organisieren die meisten Schulen auch Exkursionen zu Konzentrationslagern. Schon als ich das Tor zum Konzentrationslager Dachau, mit der Inschrift "Arbeit macht frei", passiere, spüre ich die bedrückende Atmosphäre, die diesen Ort umgab. Vor 77 Jahren mussten hier auch die ersten Häftlinge durchgehen und damit rechnen, dass sie das Lager nicht mehr lebend verlassen werden. Etwa 43 000 Menschen kamen dort um.

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Es war kalt an dem Tag unseres Besuches. Den Wärtern damals wäre das egal gewesen. Sie ließen die Häftlinge im Winter bei den morgendlichen und abendlichen Zählungen bis zu 17 Stunden mit unzureichender Kleidung auf dem Appellplatz frieren. Die KZ-Haft bedeutete die völlige Ausschaltung der Grund- und Menschenrechte, wie die Bilder und Filmausschnitte im Museum zeigten. Entwürdigende Lebensumstände zeigten sich auch in den Baracken, denn ursprünglich war das Konzentrationslager für 6000 Menschen ausgelegt. Wegen Überfülllung wurden zuletzt schließlich 30 000 Personen auf dem gleichen Raum untergebracht. Auch das Krematorium betrete ich und gehe durch die Gaskammer, die aber laut Untersuchungen in Dachau nicht zum Einsatz kam. Die Verbrennungsöfen für Leichen jedoch wurden fast ununterbrochen genutzt. Diese Zustände, die 12 Jahre andauerten, nahmen erst durch die Befreiung des Lagers 1945 durch amerikanische Soldaten ein Ende.

Wir haben danach viel geredet

Wir haben nach dem Besuch in Dachau viel geredet, versucht, die Eindrücke in Worte zu fassen. Diese Taten und das rücksichtslose Morden sind einfach unvorstellbar. Wir wollen es nicht bei dem Besuch belassen. Iris Steil beispielsweise kümmert sich eigenständig für ihre Klasse um den Besuch eines Zeitzeugen, der die KZ-Haft überlebte. "Zeitzeugen sind die einzigen Verbindungen zwischen früherer und heutiger Geschichte, die sie dadurch besser vermitteln können", findet Iris. Wie sich zeigte, haben manche diese Zeitzeugen noch in den eigenen Familien. Isabella Kindermann berichtete: "Mein Opa war früher auch in einem Arbeitslager. Durch solche Einzelschicksale bekommt man weitere Vorstellungen des damaligen Lebens. Gerade deshalb lese ich darüber Bücher und rede mit meinen Freunden über dieses Thema." Es ist also kein Tabu-Thema über das man unter Jugendlichen nicht spricht. In den Familien und auch im Freundeskreis wird sehr wohl über die Verbrechen gesprochen, die sich unter der Nazi-Herrschaft ereigneten. "Wir Jugendliche sind eine neue Generation und haben nichts mehr direkt mit den damaligen Taten zu tun", sagt Ricardo Stengel. Doch müsse uns viel daran liegen, dass diese Verbrechen immer im Hinterkopf bleiben, damit Friede und Freiheit Bestand haben.

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