Donnerstag, 18. Januar 2018

30. Dezember 2017 18:05 Uhr

Heimatgeschichte

Der Goethe der Weihnachtstexter

Vor 250 Jahren dichtete der Geistliche Christoph von Schmid aus Nassenbeuren ein Kinderlied, das noch heute die Welt begeistert. Wer war dieser Gottesmann? Von Elke Walter und Johann Stoll

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In seiner Heimatstadt, der früheren freien Reichsstadt Dinkelsbühl im westlichen Mittelfranken, erinnert sogar ein Denkmal an den größten Sohn der Stadt. Sein größtes Werk, das ihn bis heute weltberühmt gemacht hat, hat Christoph von Schmid (1768 bis 1854) aber in Nassenbeuren bei Mindelheim geschaffen: Das Weihnachtslied „Ihr Kinderlein kommet“. 2018 feiert von Schmid 250. Geburtstag.

Bis zum heutigen Tag gehört das Lied zum weihnachtlichen Liederkanon. Schmid gilt als einer der erfolgreichsten Jugendautoren seiner Zeit. Christoph von Schmid stammt aus einer Beamtenfamilie, die in den Diensten des Deutschen Ordens stand. Kindheit und Jugend verbrachte er in seiner Geburtsstadt Dinkelsbühl, bevor er 1783 an das Gymnasium in Dillingen an der Donau wechselte.

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Das Original liegt in Augsburg

Vor seinem theologischen Studium an der dortigen bischöflichen Universität arbeitete er als Hauslehrer. Schon hier sei, so die Dinkelsbühler Museumsleitern Ingrid Metzner, auch sein pädagogisches Gespür erkennbar gewesen. Großen Einfluss auf sein späteres Wirken hatte während der Dillinger Studienjahre Professor Johann Michael Sailer.

1791 zum Priester geweiht, trat Schmid als Pfarrvikar im Mindelheimer Stadtteil Nassenbeuren in den Dienst der Kirche.

Während dieser Zeit, vermutlich im Jahr 1794, hat der junge Kaplan auch sein Gedicht „Die Kinder bei der Krippen“ – der heutige Titel „Ihr Kinderlein kommet“ entspricht der ersten Zeile – verfasst. 1832 wurde Schmids Gedicht mit einer Melodie des Lüneburger Musikers und Hofkapellmeisters Johann Abraham Peter Schulz (1747 bis 1800) unterlegt. In dieser Version wird es weltweit bis heute gesungen. Das Original dazu liegt in der Augsburger Stadt- und Staatsbibliothek.

Er wurde in den Adelsstand erhoben

Nicht zufällig befinden sich zahlreiche Unterlagen im Besitz der Fuggerstadt, denn Christoph von Schmid wirkte ab 1827, nach der Empfehlung durch seinen früheren Universitätsprofessor Sailer, bis zu seinem Tod als Domkapitular in Augsburg. Sein pädagogisches Wirken brachte ihm zusätzlich den Posten als königlicher Verwalter des Schulwesens für Schwaben und Neuburg ein. Für seine Verdienste wurde er 1837 vom bayerischen König Ludwig I. in den Adelsstand erhoben. Fortan durfte er das „von“ im Namen führen.

Zeitlebens war von Schmid auch als Schriftsteller tätig. Besondere Bedeutung erlangte er mit Lehrbüchern und kleinen Erzählungen für Kinder und Jugendliche. Mit diesen Geschichten bereicherte er den Unterricht nachhaltig: anschauliche Beispiele als pädagogisch theologisches Mittel zur Erziehung.

Zu Lebzeiten gehörte Christoph von Schmid zu den viel gelesenen Autoren. Auch außerhalb Deutschlands fanden seine Werke Verbreitung. Sie wurden in 24 Sprachen übersetzt.

Mindelheim plant ein Programm

Dinkelsbühl würdigt von Schmid derzeit im Haus der Geschichte mit einer Sonderausstellung, die bis 4. Februar 2018 läuft. In Mindelheim und Nassenbeuren sind keine Zeugnisse von Christoph von Schmid erhalten geblieben, sagt Kulturamtsleiter Christian Schedler. Mindelheim plant für die zweite Jahreshälfte 2018 eine kleine Fahrt zu den Orten im Landkreis, an denen von Schmid war.

Dazu sind jeweils Lesungen aus den Lebenserinnerungen Schmids geplant. In Nassenbeuren will das Kulturamt eine Besichtigung der Pfarrkirche anbieten. Auch soll es eine Wanderung zur Maria-Schnee-Kapelle geben, wo auch aus den Erinnerungen gelesen wird. In der Advents- und Weihnachtszeit 2018 ist das Lied „Ihr Kinderlein kommet“ ein passendes Thema. „Diesem wollen wir uns in der Nassenbeurer Kapelle, in der es gedichtet worden sein soll, mit den Kindern unserer musikalischen Früherziehung widmen mit einem kleinen Begleitprogramm“, sagt Schedler.

Zudem soll seine Weihnachtsgeschichte als Lesung mit musikalischer Begleitung im Rahmen des Adventsprogramms erzählt werden. Am Fest der unschuldigen Kinder, dem 28. Dezember, soll in Zusammenarbeit mit der Pfarreiengemeinschaft Nassenbeuren eine Kindersegnung in der Maria-Schnee-Kapelle stattfinden. Dazu sollen Weihachtslieder erklingen, allen voran „Ihr Kinderlein kommet“.

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