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04. März 2009 18:25 Uhr

"Die Anlage ist der Bevölkerung nicht zuzumuten"

Türkheim (emf) - Rund 100 Interessierte waren zu der Informations-Veranstaltung gekommen, zu der die Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal" (BI) in Türkheim eingeladen hatte, darunter auch einige Mitglieder des Marktgemeinderates.

"Die Anlage ist der Bevölkerung nicht zuzumuten"
Foto: ALFA

Es ist, wie die BI mitteilt, einer von insgesamt 13 Informationsabenden im Einzugsbereich des geplanten Heizkraftwerks von Lang Papier Ettringen. Der harte Kern des Vereins engagiert sich in bemerkenswerter Weise mit Zeit, Geld und Know-how für seine Anliegen.

Professionell aufbereitet und auch für Laien verständlich

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Sechs Mitglieder der BI, die mittlerweile knapp 800 besorgte Bürger in ihren Reihen hat, standen den Anwesenden Rede und Antwort. Eine längere Diskussion entspann sich zwar nicht, die Ausführungen des Hauptredners Dr. Hermann Fischer wurden jedoch mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Unterstützt von einer professionell aufbereiteten optischen Präsentation, die auch für Laien gut verständlich war, erläuterte Fischer nochmals alle Einwände, die die BI gegen das Projekt hat; die MZ berichtete darüber bereits mehrfach ausführlich. Fischer betonte, es gehe nicht darum, Panik zu machen, sondern Fakten darzulegen. Der Tenor der Veranstaltung blieb denn auch betont sachlich. Fischer hütete sich vor jedem Angriff gegen Lang Papier.

Er machte aber auch kein Hehl daraus, dass die Bürgerinitiative von der Firmenleitung enttäuscht sei. Man spreche dort von Dialogbereitschaft, sei aber gleichzeitig nicht bereit, sich intensiv mit den Anregungen der Gegenseite auseinanderzusetzen.

Kaum etwas von den Anregungen floss in die neue Planung ein

"Es ist traurig und erschreckend", sagte Fischer, "dass es unsere Arbeit als Bürger war, Ungereimtheiten in der Planung auszuräumen - und dass dann in die neue Planung von unseren Anregungen kaum etwas aufgenommen wurde." Fazit der Veranstaltung: "Die Anlage ist der Bevölkerung nicht zuzumuten."

Die BI rief eindringlich dazu auf, bis 19. März möglichst viele Einwendungen an das Landratsamt zu richten - unter anderem weil man hofft, dadurch eventuell den Erörterungstermin nochmals hinausschieben zu können. Für die Einwendungen lagen Vordrucke der BI auf sowie ein Merkblatt als Hilfe für die Formulierung. Eine Forderung der BI an die Unterallgäuer Kommunalpolitik: man solle sich am Ostallgäu und am Landkreis Augsburg Land ein Beispiel nehmen und sich gemeinsam an einen Tisch setzen, um auf die Firma Druck auszuüben.

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