Freitag, 19. Januar 2018

01. Juli 2015 00:35 Uhr

Maristen

Die Antwort auf die Diktatur

Der Orden, der unter den Nazis litt, baute vor 65 Jahren die Studienkirche

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Die Studienkirche des Maristenkollegs feiert an diesem Wochenende ein kleines Jubliäum. Vor 65 Jahren im Jahr 1950 wurde das Gotteshaus durch den damaligen Diözesanbischof Joseph Freundorfer geweiht. Der Bau ist, wenn man so will, sichtbares Zeichen der Überwindung der Nazidiktatur, unter der auch die Maristen in Mindelheim gelittten haben.

Extra zu diesem Jubiläum hat Frater Heinrich Schamberger einen Handzettel über die Geschichte der Kirche angefertigt. Daraus geht hervor, dass es schon 1936 Pläne gegeben hatte, ein neues Gotteshaus für die Kommunität, für die Schule und das Internat zu bauen. Die NSDAP durchkreuzte dies 1937. Die Maristenbrüder wurden eingezogen oder gingen ins Ausland.

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Im Oktober 1949 wurde dann mit dem Bau der Kirche begonnen. 1950 war sie ebenso fertig wie der wuchtige Turm im Süden. Zahlreiche Bilder in der Kirche stammen von Julius Selenka aus Dillingen. Die drei Deckengemälde hat der frühere Ehrenbürger und Kunstmaler Erwin Holzbaur in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts geschaffen.

Den Volksaltar der Studienkirche weihte Diözesanbischof Joseph Stempfle im Oktober 1977. Er brachte Reliquien des ersten heiligen Martyrers der Maristen und Erzpatrons der Südsee des heiligen Martyrers Peter Chanel in den Altar ein.

Der Mindelheimer Künstler Georg Bayer hatte den Volksaltar und den Ambo als Lebensbaum gestaltet. Die Glasfenster übrigens stammen aus der Kapelle der Maristenschule in Remagen. Unter anderem sind Thomas von Aquin, Hildegard von Bingen und der Heilige Antonius von Padua dargestellt.

Die Bilder des Kreuzwegs stammen von Erwin Holzbaur und Toni Mayer aus Mindelheim. Die Orgel erstellte die Firma Zeilhuber aus Altstätten. Sie wurde im Dezember 1953 eingeweiht. Die Studienkirche ist dem heiligen Herzen Jesu geweiht. Die Namensgebung geschah im Andenken an das erste Juvenat (Ordensnachwuchsschule) der deutschen Maristenbrüder in Arlon, Belgien, 1909. Sie trug den Namen Herz-Jesu Juvenat.

Von dort wurde das Juvenat kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs geschlossen und 1915 nach Furth bei Landshut, 1920 nach Stein an der Traun und nach der Gründung der Niederlassung der Maristen 1926 nach Mindelheim verlegt. Hier blieb das Juvenat bis 1931.

Erwähnt sei, dass im neuen Volksaltar der Stadtpfarrei St. Stephan in Mindelheim Reliquien des Ordensgründers der Maristenbrüder, des heiligen Marzellin Champagnat, eingebracht und verehrt werden, schreibt Frater Heinrich. Er wurde am 18. April 1999 in Rom heilig gesprochen. Sein Sterbetag ist der 6. Juni 1840, sein kirchlicher Gedenktag der 6. Juni. (mz)

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