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08. Januar 2008 18:40 Uhr

Die Furcht vor einer verdeckten Müllverbrennung

"Die Bürgeraktion Müllentsorgung e.V. ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht", sagte Martin Kleint am Ende einer gut zweieinhalbstündigen Informationsveranstaltung der Firma Lang zu ihrem geplanten Heizkraftwerk. Von Lisa Welzhofer

Die Furcht vor einer verdeckten Müllverbrennung
Foto: ALFA

Eine ihrer Befürchtungen: Hier könnte eine getarnte Müllverbrennungsanlage entstehen, die durch "Outsourcing" (Auslagerung) eventuell in die Hände eines externen Entsorgungsunternehmens gelangen könnte. Von "Mülltourismus" war die Rede ebenso wie von den bekannten "Mauscheleien" und "Skandalen" im Sektor der Müllentsorgung.

Dr. Thomas Krauthauf, Leiter des Werkes, das zum finnischen Myllykoski-Konzern gehört, betonte mehrfach, dass das Heizkraftwerk nicht mit einer normalen Müllverbrennungsanlage vergleichbar sei und in erster Linie zur Verbrennung fabrikintern anfallender Reststoffe dienen soll. Da bei Lang aber jährlich nur rund 300 000 Tonnen Reststoffe (u. a. Faserstoffe, Farbreste, Spuckstoffe) anfielen, das Werk aber bis zu 460 000 Tonnen benötige, müssten Ersatzbrennstoffe zugeführt werden.

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Eben diese Ersatzbrennstoffe bereiten den ehemaligen Müllverbrennungsgegener ebenso wie einer Reihe anderer Bürger, die sich an diesem Abend im Restaurant Kellerberg zu Wort meldeten, Sorge. Denn im Rahmen des Genehmigungsverfahrens will sich die Firma Lang eine breite Palette an Brennstoffen genehmigen lassen, darunter auch Klärschlamm aus kommunalen Anlagen sowie aufbereiteter Gewerbe-, Haushalts- und Industrieabfall.

Was Industrieabfälle anbelangt, so könne man sich etwa Kunststoffreste vorstellen, die bei der Herstellung von Skischuhen oder Innenverkleidungen für Autos anfallen, erklärte der Technische Leiter Martin Heinrich. Diese würden vorher für die Verbrennung aufbereitet. Schlamm aus kommunalen Kläranlagen käme dann ins Spiel, wenn er - wie von der Regierung geplant - nicht mehr in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt werden kann. Im Unterallgäu gebe es kaum Möglichkeiten der thermischen Verwertung des Schlamms, so Heinrich.

Ein weiterer Kritikpunkt betraf die geplante fünfstufige Rußfilteranlage. Gemeinderat Richard Nicka bemängelte etwa , dass die Technik moderner Müllverbrennungsanlagen weitaus fortgeschrittener sei als die in Ettringen geplante Anlage. Walter Grotz, der für die Firma Lang Gutachten erstellt hat, kündigte an, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte mit dieser Anlage um ein Zehn- bis Vierzigfaches unterschritten werden könnten. Im derzeit laufenden Genehmigungsverfahren werden sämtliche eingereichten Unterlagen der Firma Lang vom Landratsamt sowie Fachbehörden und Stellen nach den Maßgaben der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung geprüft. Ein genaues Bild dieser Unterlagen, die unter anderem technische Details wie auch Daten zur Umweltverträglichkeit und zur Luftreinhaltung enthalten, können sich Bürger ab Freitag, 11. Januar, machen. Einen Monat lang liegen die Papiere öffentlich aus, unter anderem im Landratsamt sowie bei den Gemeinden Amberg, Türkheim, Markt Wald, Ettringen. Dabei können Bürger ihre Bedenken und Einwände einreichen.

Infos bietet die Firma Lang im Internet: www.energie-fuer-lang-papier.de oder unter der Tel.-Hotline 08249/8022722.

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