Hebammen stöhnen unter den hohen Versicherungsprämien. Eine Betroffene erzählt.

Deutschlandweit stöhnen Hebammen unter den hohen Versicherungsprämien. Zum Juli soll der Beitrag erneut steigen. Für Betroffene wie die Hebamme Monika Mögele aus Siebnach wird die Haftung zunehmend zur Belastung. Insbesondere freiberufliche Tätige, die in der Geburtshilfe arbeiten, zahlen inzwischen so hohe Haftpflichtprämien, dass am Ende nur wenig zum Leben bleibt. Zum Juli soll der Versicherungsbeitrag um weitere 15 Prozent auf 4242 Euro im Jahr steigen.
„Die Geburtshilfe bringt uns wegen der hohen Haftpflichtversicherung nichts ein“, sagt Monika Mögele. Dabei ist die Geburtshilfe die eigentliche Kernaufgabe einer Hebamme. Doch diese weiter ausüben zu können, wird immer schwieriger. So sind Hebammen wie die 37-Jährige heutzutage durchweg auf zusätzliche Einnahmequellen angewiesen. Wie alle ihre Kolleginnen an der Kreisklinik, bietet auch Monika Mögele Hausbesuche und verschiedene Kurse an. „Nur damit finanziert sich die Geburtshilfe“, sagt Mögele.
Denn während der Versicherungsbeitrag in den vergangenen Jahren dramatisch in die Höhe schnellte, sind die Honorare für Hebammen kaum gestiegen. Für eine Geburt im Krankenhaus bekommt die 37-Jährige beispielsweise 285 Euro. „Mir bleiben in einer 42,5-Stunden-Woche durchschnittlich 1100 Euro netto übrig“, sagt die 37-Jährige. Aus Sicht von Mögele klaffen Zeitaufwand und Ertrag damit dramatisch auseinander. Die dreifache Mutter arbeitet Teilzeit. Im Schnitt einmal pro Woche schiebt sie als sogenannte Beleghebamme Bereitschaftsdienst im Krankenhaus. Das System der Beleghebammen wird gerade in kleineren Kliniken auf dem Land häufig praktiziert. Wie ihr Alltag aussieht und was sich Monika Mögele von der Politik wünscht, lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Mindelheimer Zeitung.
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