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26. Mai 2008 18:45 Uhr

"Die Sonne schickt keine Rechnung"

"Wie man aus Wasser Strom gewinnt, das interessiert mich brennend", verrät der zehnjährige Benedikt Joder. Sagt's und taucht mit seinem Papa in die Unterwelt des Wasserkraftwerks an der Wertach ein. Dort erzeugt seit 1996 eine riesige und 1360 PS starke Turbine, quasi als modernes Wasserrad, jährlich sechs Millionen Kilowattstunden Strom. Von Franz Issing

Während der Experte interessierten Besucher ganz unten Rede und Antwort steht, lässt sich Helmut Augustin zwei Etagen höher im Zelt des Fischereivereins eine geräucherte Forelle schmecken. Um ihn herum tummeln sich in großen Aquarien typische Wertachfische, aber auch Flossentiere, wie sie in anderen bayerischen Gewässern vorkommen. Alles über das Leben im Wasser und die Renaturierung von Bächen und Flüssen weiß Bruno Faulhammer, Chef der Fischer.

Mit einem "Tag der erneuerbaren Energien" landete der 7-Schwaben- Markt einen Marketing-Volltreffer. Angesichts ständig steigender Öl- und Gaspreise war das Interesse der Bevölkerung an alternativen Energiequellen groß. Mit dem Slogan "Die Sonne schickt keine Rechnung" stellte Manfred Deubler (MD) Alternativen zu fossilen Brennstoffen und eine umfangreiche Produktpalette vor. Bei gut besuchten Vorträgen drehte sich alles um das Thema Wärmepumpen, Solar, Holzvergaser und das Heizen mit Pellets. "Mit der Heizung selbst Strom erzeugen" - für diese Vari-ante konnten sich viele Kunden erwärmen. MD bietet dazu moderne Mini-Blockheizkraftwerke an.

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In Türkheim gibt es bereits 103 Photovoltaik-Anlagen

"Energie tanken zum günstigen Preis". Solar-Zacher demonstrierte, wie man Sonnenstrahlen einfängt und den Geldbeutel schont. Als Vorzeigeobjekt hielt die von der Gemeinde betriebene Photovoltaik-Anlage des Jugendzentrums Irsingen her. Die auf dem "Juze-Dach" sprudelnde Energiequelle lieferte im Jahr 2007 15 400 Kilowattstunden Strom fürs öffentliche Netz. In Türkheim gibt es bereits 103 Photovoltaikanlagen, die im letzten Jahr 900 000 Kilowattstunden Strom erzeugten. Das sind 1,5 Prozent des Gesamtverbrauchs. Auf den Punkt gebracht: Etwa 230 Vier-Personen-Haushalte werden bereits mit Solarenergie versorgt.

Hochbetrieb herrschte den ganzen Tag auch auf dem Biogashof von Josef Mayer in Schönbrunn. Wie wird Biogas, wie werden Strom und Wärme in der Praxis erzeugt? Fachvorträge stillten den Wissensdurst des Publikums. Im Rampenlicht des Interesses stand auf dem Mayer-Hof ein supermoderner Gülle-Truck, mit dessen Technik die Jauche völlig geruchlos in den Boden "eingegrubbert" wird. 2,4 Millionen kWh-Stunden Strom produziert Josef Mayer pro Jahr, beliefert damit die Lechwerke und schafft damit die Erwerbsgrundlage für vier Vollzeitmitarbeiter inklusive Landwirtschaft. Die Biogasanlage verarbeitet Speiseabfälle, die private Entsorger gegen Gebühr anliefern. Der Vorteil dieses Konzepts liegt für den Biowirt auf der Hand: "Das Futter kostet nichts und man bekommt noch Geld dafür." 1,7 Millionen Euro hat Mayer in seine Anlage investiert. Das Abenteuer hat sich für ihn rentiert. "Biogas sichert mein Einkommen für die nächsten 20 Jahre."

Wärme lag auch den Besuchern des Biomassehofs HVT im Irsinger Unterfeld am Herzen. Als Alternative zur Einfalt demonstrierten Experten vielfältige Möglichkeiten des Heizens mit Holz. Sie präsentierten ihre Produkte, führten Maschinen vor und demonstrierten, wie Holzvergasung funktioniert.

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