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11. Januar 2008 18:55 Uhr

Drei dicke Ordner geben Aufschluss

Was soll im geplanten Heizkraftwerk der Firma Lang alles verbrannt werden? Seit gestern haben Bürger die Möglichkeit, die Unterlagen aus dem Genehmigungsverfahren für die vorgesehene Anlage, die Dampf und Strom für die Papierproduktion liefern soll, einzusehen.

Mindelheim/Ettringen (liwe) - Was soll im geplanten Heizkraftwerk der Firma Lang alles verbrannt werden? Diese Frage bestimmte Anfang dieser Woche die Diskussion bei einem Informationsabend zum Projekt der Ettringer Papierfabrik (wir berichteten).

Seit gestern nun haben Bürger die Möglichkeit, die Unterlagen aus dem Genehmigungsverfahren für die vorgesehene Anlage, die Dampf und Strom für die Papierproduktion liefern soll, einzusehen. Möglich ist dies unter anderem im Landratsamt Unterallgäu sowie bei der Gemeinde Ettringen. Drei dicke Ordner geben dort detailliert Aufschluss über Technik und Funktionsweise der Anlage sowie über die geplanten Brennstoffe.

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Maximale Jahresbrennmenge: 500.000 Tonnen

So erfährt der interessierte Bürger, dass es sich bei den so genannten "Ersatzbrennstoffen", die neben den Reststoffen aus der Papierproduktion verbrannt werden sollen, vor allem um aufbereiteten Hausmüll und Gewerbeabfall handelt, unter anderem Kunststoffabfälle und Holz (siehe Infokasten). Außerdem geben die Papiere Auskunft über die maximalen Jahresmengen der verschiedenen Brennstoffe. So sollen maximal 286 000 Tonnen in der Papierfabrik selbst anfallender Stoffe verfeuert werden (davon 200.000 Tonnen so genannter Deinkingschlamm, der beim Entfernen der Druckfarben von Altpapier entsteht), daneben maximal 36.000 Tonnen Reststoffe aus anderen Werken der Konzerngruppe, 20.000 Tonnen Rinde, 50.000 Tonnen kommunaler Klärschlamm und 154 000 Tonnen Ersatzbrennstoffe. Die maximale Gesamtjahresmenge soll 500.000 Tonnen betragen.

Was die Verbrennung eigener Reststoffe anbelangt, so heißt es in den Genehmigungsunterlagen, dass es "unter Umständen sinnvoll" sein könnte, "den Deinkingschlamm und den Fangstoff weiterhin ganz oder teilweise bei der Ziegelherstellung einzusetzen, wenn für die Ziegeleien keine geeigneten Ersatzstoffe zur Verfügung stehen." In diesem Fall werde "ein dann höherer Anteil Ersatzbrennstoff" verbrannt.

Außerdem legt die Firma Lang in ihren Unterlagen zahlreiche Gutachten vor, die sich mit den Auswirkungen des Vorhabens beschäftigen. Was die Luftverunreinigungen betrifft, so kommen diese zu dem Ergebnis, dass die für das Genehmigungsverfahren maßgeblichen Emissionsgrenzwerte (aus der 13. sowie 17. Bundesimmissionsschutzverordnung BImSchV) eingehalten werden. Was die Immissionen betreffe, so würden unter anderem die Irrelevanzkriterien der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz unterschritten. Eine Umweltverträglichkeitsuntersuchung geht von keinen oder geringen Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft aus.

Neben der Öffentlichkeit beschäftigen sich derzeit auch die zuständigen Fachbehörden mit den Genehmigungsunterlagen, unter anderem das Landesamt für Umwelt. Deren Stellungnahmen laufen im Landratsamt zusammen, das die zuständige Genehmigungsbehörde ist. Das kann allerdings einige Wochen und Monate dauern.

Die Unterlagen sind einsehbar: beim Landratsamt Unterallgäu, bei den Gemeinden Ettringen, Amberg, Hiltenfingen, Langerringen, Lamerdingen, bei den Märkten Markt Wald und Türkheim sowie bei der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe.

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