Bei einer Pressekonferenz gingen Vertreter der Firmenleitung von Lang Papier aus ihrer Sicht auf Fragen ein, die im Zusammenhang mit der Errichtung des neuen Heizkraftwerks aufgetaucht sind und die Öffentlichkeit beschäftigen. Wir haben die zentralen Aussagen der Firma Lang zusammengefasst:

Von Eva-Maria Frieder
Ettringen. Bei einer Pressekonferenz gingen Vertreter der Firmenleitung von Lang Papier aus ihrer Sicht auf Fragen ein, die im Zusammenhang mit der Errichtung des neuen Heizkraftwerks aufgetaucht sind und die Öffentlichkeit beschäftigen (wir berichteten). Wir haben die zentralen Aussagen der Firma Lang zusammengefasst:
Brennstoffe: Das Gas ist mit einem Anteil von 53 Prozent der wichtigste Brennstoff. Im ungünstigsten Fall werden dazu 440 000 Tonnen feste Restbrennstoffe im Jahr verbrannt - davon 274 000 Tonnen eigene Reststoffe, 35 000 Tonnen kommen von anderen Fabriken des Myllykoski-Konzerns, 131 000 Tonnen werden Fremdstoffe sein.
Kontrolle: Die verwendeten Ersatzbrennstoffe und der Klärschlamm unterliegen mehrfachen Qualitätskontrollen. Grundsätzlich werden von vornherein nur schadstoffarme Fraktionen akzeptiert. Problematische Anteile, wie etwa PVC, werden bis auf wenige Reste aussortiert. Dass letztlich ein homogener Brennstoff zum Einsatz kommt, liegt auch im Interesse der Firma, da etwa Chlor der Anlage schadet.
Geruchsbelästigung: Der extern angelieferte Klärschlamm wird direkt in ein Silo gebracht. Die Abluft wird abgesaugt. Gerüche können nicht nach außen dringen.
Verkehr: Der Lkw-Verkehr wird im ungünstigsten Fall um sechs Lkw pro Tag zunehmen. Eigene Reststoffe, die bisher nicht vor Ort verwertet werden konnten, werden im neuen Kraftwerk verbrannt, die Transporte entfallen. Weitere 2 800 Lkw pro Jahr fallen für Schweröltransporte weg. Zusätzlich angeliefert werden die externen Brennstoffe; die Lkw, die diese liefern, werden Reststoffe abtransportieren, um den Gesamtverkehr zu verringern.
Woher die Ersatzbrennstoffe kommen werden, ist noch nicht klar. Keinesfalls aus dem Ausland. Die Firma rechnet damit, dass die thermische Klärschlamm-Verwertung zunehmen wird, so dass in Zukunft Mengen, die heute nach Ostdeutschland transportiert werden, sinnvoller und kostengünstiger in der Region verwertet werden.
Emissionen/Immissionen: Die Emissions-Grenzwerte (Luft) unterliegen äußerst strengen gesetzlichen Auflagen. Sie werden von dem geplanten Kraftwerk wesentlich unterschritten. Die verwendete Reinigungstechnik ist erprobt und bekam in einer Stellungnahme der EU das Prädikat "beste verfügbare Technik". Als unerheblich (unter der so genannten Irrelevanzschwelle) liegt laut Gutachter die Zusatzbelastung durch Immissionen (Boden).
Partner: Als Betreiber des Kraftwerks wird die Firma einen Partner mit dem notwendigen fachlichen Knowhow gewinnen, deren einziger Kunde Lang Papier sein wird. Lang Papier wird maßgeblich beteiligter Mitbesitzer bleiben.
Deinking-Schlämme: Zu den bei der Papierproduktion anfallenden Reststoffen gehören auch die so genannten Deinking-Schlämme, die unter Umständen weiterhin an Fabriken zur Ziegelherstellung abgegeben werden sollen, da die stoffliche Verwertung Vorrang vor der Entsorgung hat, weswegen aber dann ein höherer Anteil an Ersatzbrennstoffen benötigt wird. Es würde sich dabei aber nicht um die gleiche Anzahl an Tonnen handeln, da die Ersatzbrennstoffe weniger Wasser enthalten als die Deinking-Schlämme. Die Entsorgung der Reststoffe - unter anderem in der Ziegelindustrie - kostet die Firma bislang einen zweistelligen Millionenbetrag jährlich.
Fazit: Das Unternehmen ersetzt Schweröl und fossile Brennstoffe, nutzt den Energiegehalt von Reststoffen und reduziert den Ausstoß von fossilem Kohlendioxid. Es trägt laut Firmenleitung aktiv zum Klimaschutz und zur Sicherung der Arbeitsplätze am Standort Ettringen bei.
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