Warmisried "Die Warmisrieder sind arme Leut. Sie sind von Natur nicht gesegnet: Das Klima ist rauh, die Böden sind schlecht." Franz Wanner, Pfarrer von 1845 bis 1857 zahlte noch vom späteren Wirkungsort jährlich einen Betrag in die Armenkasse des Dorfes. Leicht hatten es die Bewohner auf dem Bergrücken zwischen Mindel- und Baisweiler Tal in ihrer Geschichte wahrlich nicht: Kriege, Krankheiten und Hungersnöte ließen im 17. Jahrhundert die Einwohnerzahl auf 17 Familien zurückgehen. Doch sie gaben nicht auf, sondern scharten sich um ihre Kirche, die zunächst Johannes dem Täufer, um 1840 dem Bistumspatron, dem Heiligen Ulrich geweiht wurde.



Von dieser Not war beim festlichen Dankgottesdienst zum Abschluss der Kirchensanierung nichts mehr zu spüren. Insgesamt elf Jahre hat es gedauert, doch jetzt ist das Gotteshaus innen und außen saniert und auch die Orgel wurde grundlegend überholt. Pater Eli Fernandez, der zusammen mit Pater Brian und Diakon Bobritz den Gottesdienst zelebrierte, verglich die nun wieder erstrahlte Schönheit und Harmonie des Gotteshauses mit den glücklichen Stunden, die die Jünger auf dem Berg Tabor mit Jesus zusammen erlebten. Der Kirchenchor St. Ulrich unter der Leitung von Andreas Herb gab mit Dank- und Preisliedern dem Gottesdienst einen festlichen Rahmen; Ann-Kathrin Schaule ließ die restaurierte Steinmeyer-Orgel in barocken Stücken von Johann Speth und Henry Purcell erklingen.
Großherzige Spender
Kirchenpflegerin Zenta Wißmiller war sichtlich stolz, als sie in ihrem Rechenschaftsbericht den Ablauf und die Kosten der Innen- und Außenrenovierung des Gotteshauses und der historischen Orgel bilanzierte: So erbrachte die Pfarrgemeinde 200 750 Euro durch Barspenden, Sachleistungen und viele Aktionen. Das ist annähernd die Hälfte der Gesamtkosten von 400 000 Euro.
Im Anschluss an den Dankgottesdienst gab es nicht wie üblich einen Empfang für die beteiligten Handwerker und Ehrengäste, sondern Ortschronist Josef Lederle zeigte in einem fundierten Beitrag im Gemeindehaus die wechselhafte Geschichte des Gotteshauses St. Ulrich auf. Er band die Orts- und Familiengeschichte mit ein und ließ ein lebendiges historisches Bild der Bewohner des Ortes und ihres geistigen Zentrums, der Pfarrkirche St. Ulrich, entstehen. (ah)
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