Oberrieden Wenn die Musikkapelle Oberrieden am Wochenende ihr 75-jähriges Bestehen feiert, dann wird auch von zwölf Männern zu hören sein. Diese zwölf Männer wollten einst in Oberrieden eine Musikkapelle gründen und baten deshalb die Gemeinde um einen Zuschuss für den Instrumentenkauf. Die Gemeinde wollte 200 Reichsmark beisteuern – allerdings nur unter der Bedingung, dass die Musiker den Betrag bei ausbleibendem Erfolg zurückzahlen müssen.
Das lehnten sie ab und entschlossen sich zu einer Dorfsammlung, die immerhin 163 Reichsmark einbrachte. Der Rest wurde aus eigener Tasche bezahlt. Die für eine Kapelle notwendigen Blechinstrumente kauften die Musiker für 680 Reichsmark. Der Gründung der Musikkapelle Oberrieden stand somit nichts mehr im Wege. Und auch die Dirigentenfrage hatte sich gelöst: Kreiskapellmeister Veit aus Mindelheim übernahm die Aufgabe.
Die Musikkapelle ist in der Gemeinde fest verankert, einzig in Zeiten des Zweiten Weltkrieges ruhten für einige Jahre die Instrumente. 1946 erfolgte dann die „Wiedergeburt“ unter Vorstand Alfons Herz und dem langjährigen Dirigenten Anton Schmid. Der erste öffentliche Auftritt fand am 1. Mai 1946 im Gasthaus Adler „Beim Obren Wiat“ statt, der heute nicht mehr existiert. Aktuell hat die Musikkapelle Oberrieden 45 aktive Musiker zwischen 15 und 56 Jahren. Dazu kommen noch 60 passive Mitglieder.
„Wenn man in der Chronik blättert, begegnet man vielen Menschen aus Oberrieden und Ortsteilen, die den Weg des Musikers eingeschlagen haben, und den Weg der Musikkapelle jahrelang begleitet haben“, sagt erster Vorsitzender Horst Waigel zur Geschichte des Vereins. „Großereignisse wie die Bezirksmusikfeste 1986 und 1996 gehörten genauso dazu wie auch einfache Geburtstagsständchen.“
Eine Art „einfaches Geburtstagsständchen“ gibt es in diesem Jahr zum 75-jährigen Bestehen. Das Großereignis folgt im kommenden Jahr: Von 27. bis 29. Juli findet dann das große Jubiläumsfest mit dem Original-Blasmusikcup statt.