Mittwoch, 22. November 2017

14. August 2015 07:00 Uhr

Esperanto

Eine Sprache für die ganze Welt

Lioba Hölzle traf beim „Universala Kongreso“ Menschen aus aller Herren Länder. Sie verrät, warum es kein Problem war, sich untereinander zu verständigen. Von Lioba Hölzle

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„El kiel lando vi venas? – Aus welchem Land kommst du?“ Das ist der perfekte Anfangssatz für einen Smalltalk auf einer Veranstaltung mit fast 2700 Leuten aus rund 80 verschiedenen Ländern: Juristen, Mathematiker, Buddhisten, Christen, Anhänger der Bahai-Religion, Blinde, Gehbehinderte, Künstler, Sportler, Mexikaner, Russen, Franzosen, kurzum: Menschen aus den verschiedensten Bereichen des Lebens, die aber einen kleinsten gemeinsamen Nenner haben: Esperanto. Sie haben sich vor Kurzem in Lille zum Universala Kongreso(UK) also zum Esperanto-Weltkongress versammelt – und ich war mittendrin.

Esperanto ist eine Plansprache, die weltweit gesprochen wird. 1887 veröffentlichte der Erfinder dieser Sprache Ludwik Zamenhof das erste Lehrbuch und seitdem wächst die Zahl der Sprecher stetig. Esperanto hat sich zwar nicht als die eine Weltsprache durchgesetzt, aber es ist eine Weltsprache, das merkt man spätestens beim Picknicken mit Jugendlichen aus zehn verschiedenen Ländern.

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Dank Esperanto und der unterschiedlichen Herkunft mangelt es nicht an Gesprächsstoff und seit dem Picknick habe ich plötzlich Bekannte in aller Welt: Irland, Russland, Südkorea, um nur einige Länder zu nennen.

Mehr gelernt als in einem ganzen Jahr Englisch-Unterricht

Weil meine Esperanto-Kenntnisse am Anfang der Woche nur mäßig vorhanden waren, habe ich einen Anfängersprachkurs beim Kongress besucht. Wir waren ungefähr 80 Personen mit nur einer Lehrerin. Dennoch: In den acht Kursstunden konnte man mehr lernen als in einem ganzen Jahr Englisch-Unterricht und das, obwohl – oder vielleicht sogar gerade weil – wir nicht stur gepaukt, dafür aber umso mehr gelacht haben.

Auch wenn die Sprache künstlich entworfen wurde, die Esperanto-Welt hat ihre eigene Kultur entwickelt. Das zeigt die große Zahl an Konzerten, von denen jedes einzelne ein Highlight war. Volksmusik, Klassik, Rock, Pop, Hiphop, Reggae, für jeden Geschmack war irgendwas dabei. Ich habe dabei den Reggae für mich entdeckt und sofort zwei CDs des Sängers Jonny M gekauft und signieren lassen.

Ein weiteres Highlight war der Auftritt einer italienischen Amateurschauspielgruppe: Sie spielte ein Stück aus der Sicht von Flüchtlingen auf der Suche nach Sicherheit und Heimat. Um auf das Problem der Sprachbarriere aufmerksam zu machen, sollten die Flüchtlinge eine andere Sprache sprechen.

Die Theatergruppe wollte ihnen aber keinen nationalen Stempel aufsetzen und hat sich deshalb entschieden, Esperanto zu lernen und als Flüchtlingssprache zu verwenden. Die „Einheimischen“ in dem Stück haben Italienisch gesprochen und es wurden Untertitel auf Esperanto eingeblendet. Was Esperanto-Gegner als Nachteil sehen – eine Sprache ohne Heimatland –, haben sich die Schauspieler zum Vorteil gemacht.

Dass diese Sprache ohne Heimatland funktioniert, kann man an den Esperanto-Muttersprachlern sehen. Ja, so etwas gibt es! Ich habe etliche kennengelernt, deren Eltern aus verschiedenen Ländern kommen und die sich über Esperanto kennengelernt haben, wie es auch bei meinen Großeltern der Fall war.

Ein Heiratsantrag als Highlight

Am Ende des Kongresses wurden wir sogar Zeugen eines Heiratsantrags: Der Organisator des UK 2016 in Nitra in der Slowakei hat in seiner Rede seiner Freundin, ebenfalls eine Esperantistin, gedankt, weil er ohne sie nie den Mut hätte, einen Weltkongress zu organisieren.

Und bei dieser Gelegenheit hat er ihr vor 2700 Leuten die entscheidende Frage gestellt, die sie unter tosendem Beifall mit „Kompreneble jes“ („Ja, natürlich“) beantwortet hat.

Wem also die nationale Auswahl an möglichen Partnern nicht gefällt oder nicht ausreicht, der sollte schleunigst Esperanto lernen. Eine erste Smalltalk-Starthilfe ist dann die Frage nach der Herkunft.

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