Freitag, 24. Mai 2013

05. November 2009 04:48 Uhr

Eine besondere Zypresse mit vielfältiger Wirkung

Bad Wörishofen (mz) - Der Wacholderbeere sollte mehr Aufmerksamkeit zukommen, findet der Keipp-Bund. Dr. Bernhard Uehleke: "Für oberflächliche Naturdurchstreifer ist er nur so eine Art Zypresse, Heilkundige kennen seine pflaumfarbenen Beeren als wassertreibend und vorbeugend gegen Erkältungen." Der aromatische, leicht bittere Geschmack deutet es schon an: Wacholderbeeren fördern die Verdauung und regen den Appetit an, berichtet Uehleke. Damit ist aber noch nicht erklärt, warum die Beere und das Holz in alten Zeiten als Superwaffe gegen böse Geister und sogar gegen die Pest galten. Vielleicht rührt dies von den kleinen kreuzförmigen Kerben an der Beere an der Stelle, wo die Fruchtblätter sich zusammenschließen. Wie viele Dämonen er auch immer verbannen mag, eins verbannt er besonders gekonnt: Blasenentzündungen.

Die Wacholderbeere wirkt harntreibend, indem sie die Durchblutung der Nieren fördert. Sie ist nicht giftig, trotzdem muss man nicht gleich - wie es die Leute früher taten - bis zu 30 Beeren am Tag schlucken, um Krankheitserreger abzuwehren oder den Stoffwechsel anzukurbeln. Das hieße es übertreiben. Für den Tee einen Teelöffel gequetschte Droge mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und fünf Minuten ziehen lassen. Eine solche Durchspülung kann man dreimal täglich sechs Wochen lang machen (nicht bei Schwangerschaft oder Niereninsuffizienz). Selbst Schulmediziner empfehlen den Tee zur Vorbeugung und als Therapie gegen Blasenentzündungen. Ihr Apotheker kennt sich aus, welcher Tee zu Ihnen passt - nebst Wacholder enthalten Blasentees gern auch Brennnessel, Schachtelhalm oder Birkenblätter. Manch geplagter Zeitgenosse schwärmt vom Wacholder als Mittel gegen Kopfschmerzen; das wiederum dient in der Naturheilkunde zwar als Hinweis auf die entgiftende und Stoffwechsel fördernde Wirkung des Wacholders, geklärt oder gar nachgewiesen ist dieser Zusammenhang jedoch nicht.

Ärzte verschreiben Wacholder-Öl bei schmerzhaften Krankheiten des Bewegungsapparates wie Rheuma, Gicht, Hexenschuss oder Ischias. Entweder als Badezusatz oder als Direkthilfe auf die Haut beim schmerzenden Gelenk. Der Dampf tut den Atemwegen gut.

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Die Altvorderen kennen den Wacholderschnaps, der bei Husten und Bronchialkatarrh zum Einsatz kam und äußerlich bei den genannten Beschwerden des Bewegungsapparats. Nicht zuletzt sei auch der Hinweis auf das Gewürz erlaubt: Wacholderbeeren gehören traditionell zu allen schwer verdaulichen Speisen wie Sauerkraut und Festtagsbraten und machen sie bekömmlicher.

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